so schön kann ÖL sein


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Diesen Bohrturm habe ich mit einem 1.000er Tele an der Nordseeküste fotografiert.

Ich musste schon eine Weile warten, bis sich die Sonne dem Bohrturm näherte. Dann bemerkte ich, dass sie hinter einem Wolkenband verschwinden wollte und das konnte ich nicht zulassen und schoss schnell einige Aufnahmen. Etwa eine halbe Stunde zuvor kamen zwei russische Halbstarke an und umkreisten mich. Die führen bestimmt nichts Gutes im Schilde, dachte ich mir. Kaum hatte ich den Gedankengang vollendet, sprachen sie mich im gebrochenen Deutsch an und bewunderten mein großes Teleobjektiv. Der eine fragte mich, ob er denn einmal hindurchschauen könne, was ich entschieden ablehnte. Abgesehen davon, dass er mir vielleicht mein Okular vollsabbern könnte, hätte er mit seiner unbeholfenen Aktion bestimmt das Stativ verrückt und ich müsste es neu einjustieren, was bei dieser langen Brennweite schon mit etwas Aufwand und Geschick verbunden ist. Der junge Mann reagierte ziemlich unwirsch und brummelte, dass er doch schließlich mal durchblicken könne und tat es just auch. Also, bis zu diesem Zeitpunkt war ich ja noch sehr ruhig, aber wenn mir jemand an meine Ausrüstung geht, werde ich zum Stier. Da war es mir egal, ob die beiden jungen Russen vielleicht stärker waren als ich und ich schubste den Übertäter spontan weg, so dass er in den Sand fiel. Er rappelte sich wieder auf, beide betrachteten mich von oben bis unten, schätzten meine Größe von fast 1,9 m ab und verzogen sich dann murmelnd in geduckter Haltung. Na, ja, nun seht ihr das Foto, das mit einem abenteuerlichen Hintergrund entstanden ist. Es hätte aber auch anders ausgehen können und vielleicht war mir sogar das Glück ein wenig hold.