Unwetter


Der Regen prasselt seit Stunden,
die Welt versinkt im grauen Licht,
ich sitze da wie angebunden,
und zieh ein mürrisches Gesicht.

Foto-85d-(61)-UnwetterSehe ich hinaus dann graust es mich,
die Straße ähnelt einem Fluss,
es blitzt und donnert fürchterlich,
wohl dem, der nicht ins Freie muss.

Das Unwetter nimmt seinen Lauf,
Sirenen heulen laut und schrill,
es türmen sich die Wolken auf,
der Wind biegt Bäume, wie er will.

Doch plötzlich wie von Geisterhand,
erstrahlt der Tag im schönsten Licht,
verzogen ist die schwarze Wand,
und auch mein mürrisches Gesicht.

Gedicht von Horst Rehmann (*1943),
deutscher Publizist, Maler, Schriftsteller und Kinderbuchautor

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Unbekannte Himmelskörper


Foto-84e-(64)-unentdeckteNein, ihr kommt sicherlich nicht darauf. Das sind ein paar Regentropfen an der Scheibe im extremen Gegenlicht. Ich habe sie bewusst unscharf fotografiert und mit den Kontrasten gespielt um dieses Farbenspiel zu erreichen. Somit ist ein kleines galaktisches Kunstwerk entstanden.

LISA die nette spinne


Foto-78b-(82)-LisaHallo, ich bin die Hausspinne Lisa und tue keiner Seele etwas zu leide, außer Fliegenseelen. Wie man sieht, habe ich mein Nest mit einer wundervollen weißen Orchidee geschmückt um Eindruck zu schinden. Dennoch bekommen manche Menschen einen Ohnmachtsanfall, wenn sie mich sehen und finden mich abscheulich. Ich kann mich noch so anstrengen, aber einige mögen mich einfach nicht. Foto-76e-(59)-LisaDabei bin ich doch ein sehr nützliches Tier. Man stelle sich nur die Welt ohne Spinnen vor. Sie würde durch Milliarden Insekten ersticken und die Schwärme würden die Sonne verdunkeln. Kein Säugetier, auch der Mensch nicht, würde eine Lebensgrundlage finden um weiter existieren zu können. Ich bin zwar nur eine Hausspinne, aber ich sorge immerhin dafür, dass das Wohnzimmer fliegen- und mückenfrei ist. Glaubt mir, ich krabbele nicht in den Nacken der Menschen, wenn sie vor dem Fernseher einschlafen, denn ich gucke gerne selber TV, insbesondere Reportagen und Natursendungen. Und nachts, wenn ihr Menschen schlafen geht, krabbele ich auch nicht unter eure Bettdecke. Da ist es ohnehin viel zu warm, obwohl ich dort genug zu futtern hätte, denn Kolonien von Milben tummeln sich im Inneren von Matratzen, Kissen und Decken. Foto-77f-(12)-LisaUnd meine Artgenossen, die in der freien Natur leben, schaffen kunstvolle Gebilde; der reinste Augenschmaus. Also ihr Menschen, was kann ich tun, damit ihr die Abneigung gegenüber mir und meinen Artgenossen verliert? Wir haben ja bald Weihnachten und soll ich euch vielleicht mit meinen Spinnenweben die Geschenke festzurren? Und falls am Heiligabend wieder einmal gestritten wird, könnte ich mich langsam von der Decke abseilen, meine acht Beine spreizen und die unliebsamen Verwandten erschrecken. Also, ihr Menschen, macht mir doch einfach Vorschläge, denn ich bin anpassungsfähig.