wirklichkeit & schein


Die Dinge gelten nicht als das, was sie sind, was sie scheinen. Selten sind die, welche ins Innere schauen, und viele die, welche sich an den Schein halten. Recht zu haben reicht nicht aus, wenn mit dem Schein der Arglist.

Baltasar Gracián (1601~1658)
spanischer Dichter, Autor und Philosoph

Foto-78b-(60)b-Wirklichkeit

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VERSTAND


Der Blick des Verstandes fängt an, scharf zu werden,
wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

Sagte einst Platon (428 v. Chr. ~ 348 v. Chr.)
antiker griechischer Philosoph

Foto-78a-(17)-Verstand

Diese uralte Linsenbrille befand sich in einem Schuhkarton voller Brillen, der einst im Fundbüro versteigert wurde. Ich habe mit 10 DM den Zuschlag erhalten. Die Linsenbrille ist bei uns immer wieder ein Lacher und musste für allerlei Schabernack herhalten. Lange kann man sie jedoch nicht aufbehalten, denn es wird einem schnell schwindelig. Interessant bei diesem Selfie ist, dass sich das „halbe“ Dorf in der Linsenwölbung spiegelt.

BEHARRLICHKEIT


Foto-77d-(21)-BeharrlichkeitManch einer will unentwegt mit dem Kopf durch die Wand und zieht dabei meistens den kürzeren. Dabei weiß doch jeder, dass Kompromisse einzugehen oftmals die bessere Alternative sind. Auch das Einschlagen eines anderen Weges kann zum Ziel führen. Beharrlichkeit ist zwar ein Zeichen für Charakterstärke, aber nicht immer der richtige Weg. Der Mensch ist von Natur aus so strukturiert, Situationen abwägen zu können um dann Entscheidungen zu treffen. Die Natur geht dabei wesentlich rigoroser vor. Dieser Fliegenpilz z. B. hat nicht begriffen, dass er den Kampf gegen ein Dornengestrüpp niemals gewinnen kann und muss nun die Konsequenzen tragen. Er hätte sich ja auch einen anderen Platz zum Gedeihen aussuchen können, wie viele seiner Artgenossen auch.Foto-77d-(19)-Beharrlichkeit

 

 

blumen sind nie EINSAM


Foto-76c-(22)-Blumen-sindDurch Zufall bin ich auf den Beitrag vom DALAI LAMA gestoßen und habe nicht lange suchen müssen, das passende Foto zu finden. Ich finde, der DALAI LAMA hat in vielen Dingen recht. https://www.youtube.com/watch?v=-Jr_TDEhpKk
Ich bin der Meinung, dass Einsamkeit in der Seele entsteht. Wir hatten vor vielen Jahren einen Nachbarn. Ich nenne ihn mal Konrad. Eigentlich ein netter Mensch und zusammen mit seiner Frau war er vielleicht sogar glücklich. Doch eines Tages verstarb seine Frau und Konrad jammerte von morgens bis Abends herum, wie einsam er doch sei. Wir und die Nachbarn kümmerten uns häufig um den alten Mann, luden ihn zum Kaffee und Straßenfest ein und auch der Herr Pfarrer tat alles um ihn wieder aufzubauen. Doch alle Bemühungen waren umsonst. Immer und immer wieder jammerte er, dass er doch so einsam sei. Konrad war durch den Verlust seiner Frau ein gebrochener Mensch geworden und einfach nicht mehr in der Lage, die Zuwendung seiner Mitbürger anzunehmen geschweige denn zu erkennen. Und so starb er dann auch nach vielen Jahren der „Einsamkeit“, die eigentlich nie vorhanden war.

Gute Nacht


Ich wünsche dir eine gute Nacht, schlaf´ recht schön und denke daran, wenn sich keiner mehr für dich interessiert, hast du irgend etwas falsch gemacht. Vielleicht gingen mir diese Gedanken schon damals vor vielen Jahren, als ich als Kind bei Schlechtwetter mit dieser Karikatur mein Zeichenheft füllte, durch den Kopf. Also lass die Leute über dich reden, dich heimlich von hinten beobachten und mustern und gehe unbeirrt deinen eigenen Weg.

Foto-75d-(25)-guteNacht

die kunst des ÜBERLEBENS


Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt,
auch nicht die intelligenteste,
es ist diejenige, die sich am ehesten
dem Wandel anpassen kann.

Charles Darwin (1809~1882)
britischer Naturforscher

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31-31a090-dieKunstDer Überlebenskünstler muss allerdings nicht unbedingt ein gefräßiger Wurm sein. Vielleicht sind es auch diese hübschen verliebten Käfer. Wir werden es nicht erfahren, denn unsere Spezies ist vom Aussterben bedroht, weil sie sich selbst durch unterschiedliche Faktoren zerstört.

die HALSWEGDREHER


Kennt ihr sie auch, die Halswegdreher? Das sind Menschen, die man beiläufig kennt, schon eine Weile nicht gesehen hat und denen man zufällig irgendwo begegnet. Aber dann urplötzlich neigen sie den Kopf zur Seite, so als wenn sie einen nicht bemerkt hätten. Na klar, dann braucht man den Gegenüber auch nicht zu grüßen, oder gar anzulächeln. Das wäre ja schrecklich und man würde sich ja einen Zacken aus der Krone brechen. NEIN, keiner bricht sich einen Zacken aus der Krone und jeder weiß, dass ein wenig Freundlichkeit die Kommunikation der Menschen untereinander fördert. Warum nicht dem Gegenüber einfach in die Augen sehen, lächeln und wenn man nichts sagen will, nur kurz nicken. Man muss ja nicht unbedingt seine Absicht irgendwo hinzugehen unterbrechen oder gar ein kleines Schwätzchen halten. Reden ist ja schließlich nicht jedermanns Sache, aber zumindest das Thema Wetter geht immer. Na klar, diese Halswegdreher behaupten felsenfest, wenn man sie darauf anspricht, sie hätten einen nicht bemerkt. Dabei ist man sich sicher, dass sie noch keinen Tunnelblick aufweisen und durchaus in der Lage sind, einen Bekannten auch von weiten zu erkennen. Aber nein, lieber schnell den Blick abwenden um nicht grüßen zu müssen. Man sollte solche Leute kräftig an die Arme packen, schütteln und brüllen „Was geht ab, Alter? Kennst du mich nicht mehr?“ Aber dafür ist man sich dann doch zu schade und lässt sie lieber ihres Weges ziehen. Dennoch werde ich – wenn mir wieder so einer begegnet – den Blickkontakt suchen, ihn freundlich anlächeln und sogar gut verständlich grüßen, wie es sich eben auch gehört. So verhalte ich mich übrigens auch bei fremden Menschen und breche mir dabei mit Sicherheit keinen Zacken aus der Krone.

Foto-75c-(20)-derHalswegdreher