Abendliche Elster


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Die Elster in der Abendsonne,
ist ne´ Hingucke und ne´ Wonne.

Sie ist zwar diebisch und keck,
macht viel Dreck,
kackt die Autos voll,
das finden manche überhaupt nicht toll.

Mit dem Gezeter raubt sie vielen den Schlaf,
da nützt kein Zählen Schaf für Schaf.

Nerven wird sie rauben,
aber sie kann sich das erlauben.

Wär´ sie nicht schön sondern dick und fett
fänden viele ihr Verhalten nicht gerade nett.
Sie würden nicht lange fragen
und sie zum Teufel jagen.

Aber sie ist halt eine Augenwonne,
nicht nur in der Abendsonne.

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allein


Einsam und verlassen,
wächst ´ne Blume in der Gassen.
Sie mag nicht zusammen sein,
denn sie blüht lieber allein.

Foto-86c-(88)-alleinSie hasst es erdrückt zu werden
von diesen Blumenherden.
Wo dieses Blütendurcheinander
keiner redet miteinander.

Sie mag es nicht, sich anzupassen,
auch wenn manche sie dafür hassen.
Sie ist glücklich mit dem Alleinsein,
selbst Bienen sagen zu ihr nein.

So blüht sie auch heute noch vor sich hin
und denkt das gäbe einen Sinn.

Doch Einsamkeit ist nicht der richtige Weg,
der führt auf einen dunklen Steg.
Auch Blumen brauchen einander,
selbst in einem wilden Durcheinander.

Als ich heute Morgen nach dem Duschen aus dem Fenster schaute, sah ich dieses Motiv und hatte sogleich eine poetische Eingabe. Normalerweise dichte ich nicht so gerne, denn das können andere viel besser. Aber egal, nun sind´se hier gepostet meine Verse.

Wespenpoesie


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Was macht die Wespe dort?
Hoffentlich fliegt sie gleich fort!
Sie knabbert an meinem Apfel herum,
das finde ich äußerst dumm.
Aber was soll ich dazu sagen,
sie hat doch nur einen Wespenmagen.
Und der ist sehr klein,
da geht nicht viel rein.
Also lass ich sie weiter vom Apfel naschen,
denn ich mag sie nicht überraschen,
ihr auflauern wie ein Dieb,
mit einem kräftigen Hieb
ihr den Garaus machen.
Das fände sie nicht zum Lachen!
Sie würde stechen blitzschnell,
Gell?
Und Wespen sind doch nützlich und schön,
also lass ich sie lieber geh´n.

Nachdem ich heute Nachmittag eine Wespe entdeckt hatte, die sich über zwei Apfelhälften hermachte, die auf einem Teller lagen, platzierte ich ihn auf den Tisch auf Balkonien, um eine bessere Position für die Fotos zu bewirken. Die Wespe suchte noch gut eine halbe Stunde nach dem Apfel, hat sie aber dann doch gefunden. Es gesellte sich ein zweites Exemplar hinzu und beide knabberten intensiv an den Apfelhälften herum. Zunächst habe ich versucht, mit ISO 1600 ohne Blitz zu fotografieren, aber die Aufnahmen missglückten. Dann schaltete ich den eingebauten Blitz hinzu, reduzierte ihn um 1 Stufe, stellte die Kamera auf ISO 100 ein und auf die Blende 32. Diese Aufnahmen postete ich vorhin.

Ich konnte es mir am frühen Abend nicht verkneifen, nochmals nach den Apfelhälften zu schauen. Die beiden schwarzgelben Borussen 😉 waren immer noch da, wirkten aber irgendwie wesentlich nervöser. Vielleicht dachten Sie, ich wollte ihnen ihr Futter streitig machen. Eigentlich fehlte mir nur noch ein Foto, so richtig schön von vorne, so dass der Kopf und das Kauwerkzeug dominiert. Nach einigen Versuchen ist es mir gelungen (siehe erstes Foto). Danach fotografierte ich ein Tier direkt von oben in einer annehmbaren Pose. Da das Apfelstück schon arg braun wurde, war der Kontrast sehr gering und das schöne Tier zeichnete sich kaum vom Hintergrund ab. Daher habe ich ihn freigestellt und in schwarzweiß dargestellt. Insgesamt bin ich mit meinen Aktivitäten äußerst ruhig vorgegangen, denn die Wespen wurden immer hektischer und umkreisten mich sowie mein Makroobjektiv. Da ich mich aber dann nur sehr langsam bewegte, verloren sie schnell ihr Interesse an mir und widmeten sich wieder den Leckerlis.

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Schäfers Klagelied


Foto-86b-(69)-schäfers

Da droben auf jenem Berge,
Da steh ich tausendmal,
An meinem Stabe gebogen
Und schaue hinab in das Tal.

Dann folg ich der weidenden Herde,
Mein Hündchen bewahret mir sie.
Ich bin heruntergekommen
Und weiß doch selber nicht wie.

Da stehet von schönen Blumen
Die ganze Wiese so voll.
Ich breche sie, ohne zu wissen
Wem ich sie geben soll.

Und Regen, Sturm und Gewitter
Verpass ich unter dem Baum.
Die Türe dort bleibet verschlossen
Denn alles ist leider ein Traum.

Es stehet ein Regenbogen
Wohl über jenem Haus!
Sie aber ist weggezogen,
Und weit in das Land hinaus.

Hinaus in das Land und weiter,
Vielleicht gar über die See.
Vorüber, ihr Schafe, vorüber!
Dem Schäfer ist gar so weh.

Johann Wolfgang von Goethe (1749~1832)
deutscher Dichter der Klassik und Staatsmann

Dieses Foto schoss ich vor vielen Jahren auf einen DIA-Film. Ich hatte damals einen Abzug in 10×15 cm gemacht, auf den ich heute durch Zufall gestoßen bin. Das DIA zu suchen, wäre zu aufwändig gewesen, daher habe ich den Print vorhin digitalisiert und unter Anwendung des Rausch- und Staubfilters optimiert. Ansonsten ist das Motiv so wie es damals war. Ein echter Glücksfall, dass sich damals in dieser schönen Gegend zwischen Zierenberg und Wolfhagen (nahe Kassel) ein Schäfer samt Hund und Herde aufhielt und dann auch noch auf einer herrlichen Löwenzahnwiese, die man heute nicht mehr so häufig findet. Den Schäfer habe ich natürlich angesprochen und ihn gebeten, die Herde zu rufen und zusammenrotten zu lassen. Die Tiere waren nämlich auf der ganzen Wiese verteilt. Im Zusammenspiel mit seinem folgsamen Hund ist er meiner Bitte gerne nachgekommen. Ein bisschen Regie muss manchmal auch sein, um ein gelungenes Foto machen zu können. Dies ist nun das Ergebnis und ich bin mir eigentlich sicher, dass Goethe mein Foto auch gefallen hätte.

11-9=2


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11 freche Spatzen machen im Gestrüpp Rabatz,
sie sind jung und suchen noch keinen Schatz.

Upps, 9 flogen hastig weg,
jetzt machen nur noch 2 Dreck.

Und waren es wirklich 11 an der Zahl?
Finde alle, dann bist du genial!

Foto-86b-(62)-11-9

😉

Unwetter


Der Regen prasselt seit Stunden,
die Welt versinkt im grauen Licht,
ich sitze da wie angebunden,
und zieh ein mürrisches Gesicht.

Foto-85d-(61)-UnwetterSehe ich hinaus dann graust es mich,
die Straße ähnelt einem Fluss,
es blitzt und donnert fürchterlich,
wohl dem, der nicht ins Freie muss.

Das Unwetter nimmt seinen Lauf,
Sirenen heulen laut und schrill,
es türmen sich die Wolken auf,
der Wind biegt Bäume, wie er will.

Doch plötzlich wie von Geisterhand,
erstrahlt der Tag im schönsten Licht,
verzogen ist die schwarze Wand,
und auch mein mürrisches Gesicht.

Gedicht von Horst Rehmann (*1943),
deutscher Publizist, Maler, Schriftsteller und Kinderbuchautor

Aprilfrühling


78-78a079-AprilfrühlingIn das Dunkel dieser alten, kalten
Tage fällt das erste Sonnenlicht.
Und mein dummes Herz blüht auf, als wüsst es nicht:
Auch der schönste Frühling kann nicht halten,
Was der werdende April verspricht.

Aus dem Gedicht „Nennen wir es Frühlingslied“
von Mascha Kaléko (1907~1975), die eine
deutschsprachige, der Neuen Sachlichkeit zugerechnete Dichterin war.