die verrückte DROSSEL / the crazy songbird


Foto-80c-(73)-Foto-62f-(02)-die-verrückteWie jedes Jahr wurden wir auf Balkonien ab den ersten warmen Sommertagen von einer Singdrossel musikalisch unterhalten. Sie setzte sich auf den Dachgiebel des nachbarlichen Hauses und zwitscherte eine herrliche Melodie nach der anderen. Warum sich die Drossel dieses von unästhetischem Pilz befallene Dach ausgesucht hat, kann ich nicht nachvollziehen. Egal, jedenfalls hat der Vogel dort eine erhöhte Sitzposition, die auch gerne von anderen Vögeln genutzt wird.

Doch eines Tages wurden wir mit undefinierbaren Geräuschen konfrontiert. Foto-80c-(72)-die-verrückteEigenartiges nicht aufhörendes und sich ständig wiederholendes monotones Pfeifen schallte aus der Nachbarschaft zu uns herüber. Sehr unangenehm und auf Dauer nervten diese bislang unbekannten Töne gewaltig. Da war plötzlich nichts mehr von einer melodischen Berieselung auf Balkonien, sondern es dominierten nur noch diese schrecklichen Geräusche. Doch woher kamen sie? Ich dachte schon, dass sich der Nachbar einen neuen Elektrorasenmäher angeschafft hatte, der wegen Überhitzung anfing zu quietschen. Nein, weit gefehlt, es war auch nicht unsere geliebte Singdrossel, sondern ein Artgenosse, der diese unnatürlichen Laute von sich gab. Foto-80c-(71)-die-verrückteIhr könnte es mir glauben, die waren auf Dauer unerträglich, vor allen Dingen wegen der sich ständig wiederholenden Pfeiftöne. Das ist in etwa so, als wenn man einen Falschton aus einer Blockflöte pustet und diesen immer und immer wieder. Ich glaube, die Blockflöte hätte das nicht lange überlebt, schrecklich!

Doch was tun gegen diese offensichtlich verrückte Drossel. Ich erinnerte mich spontan an eine Holzrassel, die wir vor vielen Jahren immer zu Faschingsfesten mitgenommen hatten. Wenn man dieses Gerät kräftig kreisförmig schwingt, erzeugt man sehr laute knarrende Geräusche, die sogar Hunde und Katzen vertreiben. Nachdem die verrückte Drossel wieder anfing zu pfeifen, schnappte ich mir die Rassel und fing an, sie kräftig zu schwingen. Die Drossel duckte sich sofort erschrocken und flüchtete kurze Zeit später eiligst. SIEG über eine Drossel, dachte ich mir und klopfte mir auf die rechte Schulter.

Dabei hatte ich nicht bedacht, dass Drosseln kein Langzeitgedächtnis haben, denn bereits am nächsten Tag pfiff sie wieder lautstark auf dem Dachgiebel, so dass das Trommelfell unangenehm anfing zu vibrieren. Ich schnappte mir sofort wieder die Knarre, knarrte und die Drossel floh. Das ging einige Tage so und siehe da, die Drossel hatte sich das doch irgendwie gemerkt und jedes mal, wenn ich den Balkon betrat, flog sie sofort davon. Foto-80c-(74)-Foto-62f-(04)-die-verrückteIch brauchte noch nicht einmal mehr zu knarren ihr reichte schon mein Antlitz. Eines Tages war sie sogar gänzlich verschwunden. Erfolg auf der ganzen Linie dachte ich. Im darauf folgenden Jahr war auch die Singdrossel wieder da, die die unterschiedlichsten harmonischen Melodien in den Himmel zwitscherte. Und was inzwischen aus der verrückten Drossel geworden ist, weiß ich nicht. Ich sah sie nie wieder und irgendwie tat sie mir doch ein wenig leid. Aber vielleicht hatte sie ja einen anderen Dachgiebel gefunden und andere Nachbarn, die sie mit ihren Tönen quälen kann.

ADEBAR im doppelpack (2)


Foto-80c-(47)-Adebar30 ° Celsius und kein bisschen kühler. Trotzdem – dachte ich mir – geht´s heute wieder zu dem Storchennest, denn morgen soll nun auch Nordhessen mit Unwetter gequält werden. Da kann man nur hoffen, dass die Schäden einigermaßen verkraftbar sind.

Dieses mal hatte ich sogar an die weiße Sonnenmütze und den Stuhl gedacht. Foto-80c-(46)-AdebarDen Stuhl positionierte auf das Dach meines Autos um eine höhere Perspektive zu erreichen. NEIN, war natürlich ein Scherz, denn mein Auto hätte mit Sicherheit einige Beulen davongetragen, wenn ich auf das Dach geklettert wäre. Heute bin ich etwas später losgefahren in der Hoffnung, einen besseren Zeitpunkt erwischt zu haben. Mein Ziel war ja, das Storchenpärchen zu fotografieren.

Zunächst hing ich mir nur eine Kamera um, denn bei 30 °C wollte ich nicht alles mitschleppen. Wie man sieht, er war noch da und betrachtete eine schöne Wolke, die gerade vorbeizog, aber von dem Partner weit und breit keine Spur. Foto-80c-(48)-Adebar

Doch dann, etwas Weißes am Himmel, ein großer Vogel näherte sich dem Nest. Doch er flog vorbei und ich dachte mir schon, in der Storchenehe hätte es vielleicht Krach gegeben. Dann bemerkte ich meinen Irrtum, es war nur ein weißer Reiher oder Kranich.

Es verging eine weitere halbe Stunde und dann kam er angesaust – wirklich, das ist kein Märchen – landete auf dem Nest.

Sofort fingen beide an, mit den Schnäbeln zu klappern und sich zu liebkosen. Eindeutig gehörten die beiden zusammen. Die 3 Küken versteckten sich bei dem Geklapper ängstlich im Nest und kurze Zeit später flog er davon.

Sie hatten die Rollen getauscht und er ging jetzt auf Futtersuche. Die Kleinen nahmen jetzt hungrig die Nahrung von ihr auf, die sie aus dem Kropf würgte. Für mich ein tolles und bislang einzigartiges Erlebnis trotz der Hitze. Natürlich werde ich das Nest noch einmal besuchen, wenn die Kleinen größer sind und vor allen Dingen bevor sie flügge werden und ihre eigenen Wege fliegen.

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auf der JAGD nach adebar


Foto-80c-(36)-auf-der-JagdHeute hatte ich mich eigentlich gut vorbereitet, mit Stativ, Bubbelwasser und so, aber dennoch etwas vergessen, nämlich meinen kleinen Klappstuhl.

Nach einer Stunde vor Adebar „Beine in den Bauch stehen“ verlor ich so langsam die Geduld, zumal es immer wärmer wurde, so um die 28 °C und ich habe mir die Weste vom Körper reißen müssen um nicht zu überhitzen. Foto-80c-(32)-auf-der-JagdMein Ziel war ursprünglich, den Partner vom Adebar im Anflug zu erwischen, wie er die Kleinen (3 Küken übrigens!) füttert und die Eltern mit den Schnäbeln klappern.

Das war jedenfalls die Theorie aber die Praxis sah anders aus. Ich gebe aber nicht auf und werde bei der nächsten Schönwetterlage (ab morgen soll es ja wieder gewittern) einen neuen Versuch starten. Auf dem Rückweg habe ich immerhin noch eine Libelle und eine kleine Rapskomposition knipsen können.

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CHRISTO lässt grüßen (Fortsetzung)


Der gespenstische Anblick fasziniert und beunruhigt derzeit Spaziergänger am Bugasee und anderen Kasseler Parkanlagen: Ganze Bäume sind von Raupen mit silbrig-weißen Netzen eingesponnen.

Betroffen sind einzelne, bestimmte Bäume – als sei ein Heer von Insekten über sie hergefallen. Die Pflanzen sind komplett kahlgefressen und wirken wie abgestorben. Das Schauspiel ist sein einigen Jahren regelmäßig zu beobachten. Die Traubenkirschen-Gespinstmotte macht die Bäume am Bugasee zur Kinderstube für ihre Raupen. Dafür sucht sich diese Insektenart bestimmte Bäume als Nahrungsquellen aus, informiert der Naturschutzbund Deutschland (Nabu): Neben den namensgebenden Traubenkirschen sind das etwa Weiden, Pappeln, Weißdorn und gelegentlich auch diverse Obstbäume. Die Raupen spinnen diese Bäume ein, um sich vor Fressfeinden wie Vögeln oder vor der Witterung zu schützen.

Im Schutz der silbrigweißen Schleier verputzen sie alles Blattwerk, bis sie sich Ende Mai / Anfang Juni verpuppen, um etwa vier Wochen später als weißliche Falter mit schwarz gepunkteten Flügeln auszuschwärmen. Den Bäumen schadet der Raupenbefall aber nicht, sagt Karl-Heinz Jelinek vom Nabu: Schon wenig später würden sie mit dem sogenannten Johannistrieb um den 26. Juni herum wieder austreiben und schon bald nicht mehr erkennen lassen, dass ihre ersten zarten Blätter und Knospen als Raupenfutter dienten. Milde Winter und auch der Klimawandel begünstigen laut Nabu das massenhafte Auftreten von Gespinstmotten. Auch anderswo in Kassel, so etwa in der Rothenditmolder Döllbachaue, kann man das Naturschauspiel um diese Jahreszeit immer wieder beobachten.

Im Bergpark Wilhelmshöhe hingegen wurden bisher keine Mottengespinste an Bäumen beobachtet, sagt Parkleiter Lutz Leutner von der Museumslandschaft Hessen Kassel: „In die Baumarten, die wir hier oben haben, gehen diese Raupen nicht.“ Auch der gefürchtete Eichenprozessionsspinner sei in Kassel glücklicherweise noch nicht festgestellt worden. Die Raupen dieser Spezies, die ebenfalls Gespinste webt, können mit ihren giftigen Brennhaaren für Menschen zur ernsthaften Gesundheitsgefahr werden. Die Raupen und weißen Schleier an den Buga-Bäumen und anderswo sind allerdings harmlos. (Text aus dem HNA-Bericht vom 08. Mai 2018 – alle Fotos von ALEXANDER RUDELOFF)

An diesem Tag traf ich auch Udo Eisenträger, der selbst Hobbyfotograf ist und darüber hinaus sein Wissen mit Vogelkunde erweitern will. Udo war der Meinung, dass die befallenen Bäume an Kunstwerke von Christo erinnern. Sicherlich werden sich einige von euch vor der Masse dieser Krabbelkriecher ekeln. Mag sein, wenn man die Raupen an sich betrachtet, aber ich fand das Gesamtbild und viele Details äußerst faszinierend. Somit ließ ich mich inspirieren und habe versucht, mit meiner Kamera einige Kunstwerke zu schaffen, da ich im Gegensatz zu Christo im Verpacken von Objekten eher mittelmäßig bin. Man kann ja auch nicht alles können.Foto-80b-(07)-Christo

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kulinarisches


Foto-79b-(89)-kulinarischCafés gibt es wie Sand am Meer, an jeder Ecke, in jeder Stadt. Das Kuchenangebot entspricht dort meistens dem Standard, d. h. es werden kaum außergewöhnliche Leckereien angeboten. Natürlich gibt es, was die Qualität und den Geschmack betrifft, enorme Unterschiede, aber das Angebot ist überwiegend unspektakulär. Also bestellt man in der Regel seinen Lieblingskuchen, wie ich, der Käse- oder Mohnkuchen bevorzugt. Foto-79b-(90)-kulinarischNun gibt es in Kassel neuerdings eine Konditorei, die einen völlig anderen Weg geht. Sie wurde von zwei jungen Konditorinnen gegründet, die wundervolle kleine Köstlichkeiten anbieten. Nicht nur, dass die kleinen Törtchen für das Auge eine Freude sind, sie schmecken auch außergewöhnlich gut. Jedes Teil wird mit viel Liebe in Handarbeit hergestellt. Man sieht es den Teilen an, wie viel Kreativität und Freude am Detail in ihnen steckt. Die Törtchen sind allerdings nichts für Kuchenverschlinger, sondern eher was für Genießer. Wir haben einige kleine Besonderheiten gekauft und versucht, sie zu Hause zu genießen. Nun werdet ihr euch fragen, warum wir es nur versucht haben. Foto-79b-(92)b-kulinarischDie Antwort liegt auf meiner Hand, denn eine kleine freche Kreatur hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Einige von euch kennen ja bereits ALDUIN, also den Drachen, der aus dem Schloss in Bad Wilhelmshöhe ausgebüchst ist und im Park sein Unwesen getrieben hat. Wer ihn noch nicht kennt, kann im Suchfenster einfach ALDUIN eingeben und erhält dann weitere Informationen. ALDUIN hat kürzlich Nachwuchs bekommen, die ALDINE. Auch sie ist ausgebüchst und hat versucht, in unserem Wintergarten Zuflucht zu finden. Und was macht man mit kleinen übermütigen Drachenbabys? Man verwöhnt sie, gibt ihnen etwas zu futtern, sorgt für Beschäftigung und Zuneigung. Also habe ich ALDINE ein Bett mit Erdnüssen gebaut, die sie so gerne mag und in denen sie – wie die Kinder im IKEA-Hort mit den bunten Plastikkugeln – schwimmen und abtauchen kann. Für eine weitere Abwechslung sollte ein Quietscheentchen sorgen. Gut, das mit den Erdnüssen hat geklappt, aber das Quietscheentchen wurde wohl eher als Futter verstanden und ALDINE versuchte es zu verschlingen, die Ungezogene. Foto-79b-(93)-kulinarischIch komme noch einmal zurück auf die kleinen Designertörtchen, um die es hier eigentlich geht und die wir genießen wollten. Da hatten wir allerdings die Rechnung ohne ALDINE gemacht, denn sie hüpfte eiligst aus ihrem Erdnussbett just auf unseren Esszimmertisch und schnappte sich ein Törtchen. Uns verblieben jetzt nur noch drei, die wir dennoch genussvoll zu uns nehmen konnten, herrlich, die reinste Gaumenfreude! Und was machen wir nun mit unserer ALDINE, die offensichtlich lieber kleine Törtchen als Erdnüsse mag? Ich würde sagen, wir nehmen sie einfach mal mit in die besondere neue Konditorei Bonpâtis nach Kassel in die Landgraf-Karl-Straße 3 und vielleicht wird ALDINE sogar als Ehrengast erkoren und bekommt ein Gratistörtchen.Foto-79b-(94)-kulinarisch

PANIK auf der wilhelmshöhe (die story)


Foto-79b (82)-PanikSicherlich werden viele den Bergpark auf der Wilhelmshöhe kennen. Es ist übrigens der größte Bergpark von Europa und liegt eingebettet im Reinhardswald oberhalb von Kassel. Ganz oben befindet sich der Herkules, das Wahrzeichen von Kassel. Ich habe schon mehrmals über den Park gepostet, aber heute fühle ich mich aufgrund jüngster Vorfälle veranlasst, erneut über ihn zu berichten. Foto-77a-(29)-PanikDas wohl berühmteste Bauwerk im Park ist das Schloss. Und da wäre ich schon beim Kernthema dieser Story. Vor dem Kriege hatte das Schloss eine wundervolle runde Kuppel. Die schmückte nicht nur das Antlitz, sondern passte sich auch dem Stil des im Klassizismus gestalteten Schlosses an. Foto-71b-(35)B-PanikRunde Kuppel und Schloss in Bad Wilhelmshöhe passten einfach perfekt zusammen. Aber dann kamen die bösen Bomben im 2. Weltkrieg, das Schloss wurde vollends zerstört und von der Kuppel sah man überhaupt nichts mehr. Es blieb von dem herrlichen Bauwerk nur noch eine Ruine übrig. Nach dem Kriege wurde das Schloss teilweise wieder aufgebaut und viele Jahre später dachte man, ohne Dach ist auch nichts. Also musste eins her. Geplant und letztendlich auch durchgeführt wurde allerdings zum Entsetzen der Kasseler Bürger ein Flachdach und keine wunderschöne runde Kuppel wie früher. Foto-71b-(35)ba-PanikViele Proteste und Unterschriftensammlungen nützten nichts. Es blieb beim Flachdach, was vielleicht auch zum flachen Denken der Planer besser passte. Nur dann nach Vollendung der baulichen Maßnahme gab es ein Problem. Unter dem runden Dach, also der Kuppel, hauste nämlich der Schlossdrache ALDUIN. Foto-68e-(39)ba-PanikDie meisten Schlösser haben ja Schlosshunde, die ständig frieren, aber die Stadt Kassel hat damals keine Kosten gescheut, sich einen echten Schlossdrachen zuzulegen. Das war ja immerhin eine sinnvolle Investition, denn in dem Schloss, das heute ein Museum ist, mussten wertvolle Sammlungen bewacht werden. Immerhin war kein teures Securitypersonal erforderlich, sondern lediglich Futter für den Drachen. Viele Metzger von Kassel spendeten sogar Fleischabfälle und ALDUIN war es letztlich egal, woher sein Futter kam. Aber dieses schreckliche flache Dach eben unter dem ALDUIN hauste. Es war bei weitem keine artgerechte Tierhaltung und ihm auf die Dauer einfach zu eng. Foto-71b-(38)ba-PanikFolglich hat sich ALDUIN oftmals am Kopf gestoßen, so dass sich im Laufe der Jahre rote Geschwülste bildeten. Irgendwann hatte ALDUIN die Nase voll, zerbrach die Ketten und büchste aus. Die wenigsten wissen, dass ALDUIN trotz harter Schuppen und spitzer Zähne ein weiches Herz hat und der Mensch nicht zu seinem Beuteschema gehört. Dennoch machte sich im Bergpark Wilhelmshöhe so langsam Panik breit und irgendetwas musste geschehen. Nur, was? Das konnte bis heute keiner beantworten. Aber vielleicht greift die neue Regierung mal dieses wichtige Thema auf und verschafft ALDUIN im Reichtag ein neues Zuhause. Dort befindet sich bekanntlich eine riesige Kuppel unter der sich ALDUIN glücklich, zufrieden und großzügig bewegen könnte. Schau´n wir mal. Aber bis dahin dauert und dauert und dauert es bestimmt noch und wer weiß, ob es überhaupt noch einmal eine deutsche Regierung gibt, die sinnvolle Entscheidungen treffen kann. Foto-71b-(40)ba-PanikAlso habe ich mich zunächst mit meiner Kamera auf die Lauer gelegt um ALDUIN zu fotografieren, was er so im Park treibt. Ich glaube die Fotos verschaffen den Eindruck, dass ALDUIN wirklich nichts Böses im Schilde führt. Er scheint sich im Park sogar wohl zu fühlen und genießt die frische Luft. Wie man sieht, hat er sogar seine Freude daran, auf dem Eis hin und her zu rutschen. Vielleicht gewöhnen sich sogar die Parkbesucher an ALDUIN, denn das Leben mit ihm könnte nicht nur an einem schönen Sonnentag sehr abwechslungsreich sein. Nur eines möchte ich vorsorglich erwähnen: „Hundebesitzer, die die Ködel im Park liegenlassen werden von ALDUIN sofort gefressen“.

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Das gemeinsame Leben kann so schön sein; sogar mit ALDUIN. 😉

PANIK im wintergarten (die story)


Foto-79a-(21)-PanikDie hiesigen Zeitungen berichteten kürzlich, dass ein Flugsaurier aus dem Kasseler Naturkundemuseum entflogen sei. Er hat sich von der Kette losgerissen, die offensichtlich für dieses starke Tier zu schwach konzipiert war. Foto-79a-(23)-PanikVielleicht hat er die Kette aber auch mit seinen scharfen Zähnen einfach nur durchgeknabbert. Ich hatte den Bericht schon geistig abgehakt, da hörte ich im Wintergarten eigenartige Geräusche. Foto-79a-(22)-PanikAls ich das überprüfte, traute ich meinen Augen nicht. Ein winziger Flugsaurier hatte sich wohl verflogen und flatterte im Wintergarten hin und her. Foto-79a-(24)-PanikSicherlich ist dem einen oder anderen Blogger so etwas ähnliches mit einer Fledermaus, oder einem Vogel auch schon passiert, aber mit einem Saurier? Das ist vielleicht die Strafe, wenn man den Wintergarten gelegentlich lüftet und danach das Fenster nicht rechtzeitig verschließt. Foto-79a-(26)-PanikAlso was tun, denn das ist ja ein äußerst seltenes Tier und wenn ich es erschlage, bekomme ich mit Sicherheit Ärger mit seiner Mutter. Ich möchte mir wirklich nicht vorstellen, wie groß die ist. Ich schätze mal, ein Tornado ist eine Taube dagegen. Foto-79a-(25)-PanikAlso versuchte ich das mittlerweile in Panik geratene Tier irgendwie behutsam ins Freie zu locken, denn dieses gewaltige Gebiss flößte mir Angst und Respekt ein. Im Kühlschrank befand sich noch ein Rest vom mageren Speck, der ich eigentlich für unsere Luna bestimmt war. Ich legte ihn auf den Fensterrahmen und entfernte mich schleunigst aus dem Wintergarten. Das zeigte wohl seine Wirkung! Foto-79a-(27)-PanikDer Dino schnappte sich das wenn auch kleines Stückchen und flog wieder aus dem Fenster um es in sicherer Entfernung verspeisen zu können (Luna, bitte verzeih mir, aber es gibt ein anderes Leckerli).

Und was lernen wir von dieser Geschichte? Ich würde sagen:

„Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse,
sondern manchmal auch ´was anderes!“ 😉Foto-79a-(28)-Panik

Alle Fotos sind real, also keine Collagen. Und wie bringt man eine Figur zum Fliegen? Wie hättet ihr es gemacht? Auch SCHLEICH-Figuren fliegen nicht von alleine. Dennoch konnte ich nicht widerstehen, mir den Kleinen schicken zu lassen. Er hat jetzt einen Ehrenplatz auf der Fensterbank meines Arbeitszimmers.

http://www.naturkundemuseum-kassel.de/

ein OLDTIMER am schloss (2)


AUE-II-a-70-einOldtimerEs ist schon eine Weile her, da schlenderten meine Frau und ich wieder einmal in der Karlsaue, Kassel herum. Dabei ist es natürlich Pflicht, das herrliche Schloss AUE-II-a-66-einOldtimer„Orangerie“ nicht auszulassen. Als wir uns ihm näherten, trauten wir unseren Augen nicht. Da machte es doch tatsächlich töfftöfftöff und ein Oldtimer mit 3 jungen Männern fuhr auf und ab und zog eine Qualm Wolke hinter sich her. Die Männer waren sogar passend gekleidet, AUE-II-a-73-einOldtimerfeierten sicherlich das Ende ihrer Walz und gönnten sich als Abschluss eine Tour mit einem uralten Auto. Ich ließ es mir nicht entgehen sie anzusprechen, um einige Fotos zu schießen. Sie nahmen mein Angebot gerne an und einige Abzüge habe ich ihnen danach auch zukommen lassen. AUE-II-a-72-einOldtimerEs waren wirklich sehr nette junge Männer, sie waren gut drauf und wir waren uns von Anfang an sympathisch. Einige Tage später besuchte uns sogar der Chauffeur samt Gefährt in unserem Dorf. Die Anwohner staunten nicht schlecht, als dieses alte TöffTöff durch die Straßen knatterte. Ein echtes Ereignis, das uns viel Freude bereitet hat. AUE-II-a-65-einOldtimerWenn ich die alten Fotos (von DIAs reproduziert) allerdings heute betrachte, würde ich sagen, das hätte ich damals besser machen können. Nicht etwa, weil ich keinen guten Fotoapparat dabei gehabt habe, sondern sie sind mir alle viel zu steril. Die Personen wirken wie dahingestellt. Die Dynamik fehlt einfach, aber man lernt ja bekanntlich im Leben und auch in der Fotografie nie aus.AUE-II-a-68-einOldtimer

russische KRINGEL gefällig?


Kurz nach der Wende wurden die Flohmärkte der alten Bundesländer mit einer Fülle von Waren, Hausrat und technischen Artikeln aller Art überschwemmt. Die Renner waren damals russische Nachtsichtgeräte, die man heute von anderen Herstellern zu moderaten Preisen bekommt. Auf dem Fotosektor wurden viele Kameras und Objektive angeboten, die für mich als NIKON-Fotograf allerdings nicht interessant waren. Dennoch schlenderte ich damals gerne über die Flohmärkte, die durch die neuen Waren vielleicht sogar etwas mehr Charme bekommen haben. Dann fiel mir so ein dickes schwarzes Rohr auf, das auf einem Fotostand lag. Ich schaute es mir genauer an und bemerkte, dass es ein riesiges Teleobjektiv war und zwar ein Spiegeltele mit einer Brennweite von 1.000 mm. AUE-II-a-03-russischeDas wäre als Ergänzung zu meiner damals noch analogen Ausrüstung durchaus interessant gewesen und 1.000 mm, wow, das entspricht ja einer 20-fachen Vergrößerung; sensationell dachte ich mir. Dennoch zögerte ich und verließ den Stand ohne etwas zu kaufen. Mein Interesse bemerkte wohl ein anderer Besucher, der mich mit einem russischen Akzent ansprach. Er erwähnte, die Dinger sind von der optischen Leistung her hervorragend. Man müsse nur in die Objektiv hineinschauen, ob die Spiegel rein sind und gut verbaut wurden. Das tat ich dann auch und ich kaufte das Riesenteil für 200,00 DM. Ungeduldig machte ich mich auf um das Objektiv zu testen und ich war beeindruckt von der Schärfe und Brillanz der Fotos. Ich postete bereits einige Fotos, die ich mit diesem Objektiv geschossen hatte. Hier sind noch zwei. Man sieht, dass man mit so einer großen Brennweite sogar im Nahbereich interessante Effekte erzielen kann. Beeindruckt hat mich auch das Buket und die Kringel, die sich bei Spiegelteles aufgrund des inneren Aufbaus zwangsläufig ergeben. Das Licht strahlt in das Objektiv, wird mit Spiegeln auf einen anderen Spiegel in der Mitte reflektiert und gelangt dann erst auf den Film. Das hat den Vorteil, dass die Spiegelobjektive sehr kurz, aber dafür dicker sind. AUE-II-a-22-russischeEgal, ich war damals begeistert und lief eine Zeitlang mit Stativ und den Tele herum. Für die Digitalfotografie wäre heute so ein Tele uninteressant, weil es keinen Bildstabilisator hat und sehr lichtschwach ist. Außerdem erreichen heutzutage einige Bridgekameras bereits an die 2.000 mm Brennweite, bei denen man allerdings von der optischen Leistung her gewaltige Abstriche machen muss. Dieses Foto hatte ich bereits gepostet. Der weit entfernte Bohrturm war mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, aber das Russentele hat ihn mir schön nah herangeholt und sogar die Sonne vergrößert.63-63b052-russische

bernd hat ANGST


BERND war einst ein lieber, netter und strebsamer Kollege. Das ist schon lange her und ich arbeitete damals noch in einem Großbetrieb. Alle Kolleginnen und Kollegen mochten BERND und achteten ihn menschlich, aber auch von seiner Qualifikation her. Leider ist BERND viel zu früh gestorben. Mit Anfang 40 erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt. Wir erinnern uns auch heute noch an den lieben BERND und auch an den Spaß, den wir gemeinsam hatten. Eine spaßige Geschichte möchte ich euch heute erzählen.

BERND hatte einen Job, der viel Sitzen und Denken erforderte. Nun weiß jeder, dass dauerhaftes Sitzen für den hinteren Bereich nicht unbedingt von Vorteil ist. Eines Tages machten sich bei BERND daher auch schon gewisse Symptome bemerkbar. Zunächst mit Afterjucken und später zeigten sich sogar gravierendere Körperreaktionen. BERND ging zum Doktor, der ihm dringendst eine Hämorrhoiden-OP anriet. Nun war unser lieber BERND nicht einer der mental stärkeren Sorte von Mensch. Mit anderen Worten, er hatte eine höllische Angst vor der OP. Wir, aber wirklich wir alle, sprachen ihm permanent Mut zu mit den üblichen Worten, wie „wird schon klappen“, „ist doch alles harmlos“, „es gibt Schlimmeres“ usw. Als das alles nichts nützte, hatte ich die Idee zu einer Schocktherapie. Ihr wisst sicherlich, wie so etwas therapiert wird. Wenn einer z. B. unter Arachnophobie leidet, dann lässt man eine Tarantel über seinen Handrücken krabbeln, oder wenn jemand unter Höhenangst leidet, lässt man ihn über wackelige Brücken gehen usw.

Was nun unseren BERND betrifft, so hatte ich folgende Idee. Ihr wisst ja, früher und auch später habe ich hin und wieder gerne gezeichnet. Also fertigte ich für unseren lieben ängstlichen Bernd übers Wochenende eine Zeichnung an und hielt sie ihm am Montag unter die Nase. BERND stutzte zunächst ein wenig, musste aber dann doch herzhaft lachen. Ich habe BERND durch diese Aktion zwar nicht die Angst genommen, jedoch hat er insgesamt die OP jetzt doch etwas lockerer gesehen.

Und was machen wir in der Weihnachtszeit für eine Schocktherapie? Ich würde sagen, wir werden Unmengen von Schokolade, Plätzchen und Stollen vertilgen, damit wir das neue Jahr – wie jedes Jahr – mit guten Vorsätzen für´s Abnehmen beginnen können.

Foto-78c-(91)-Bernd