kulinarisches


Foto-79b-(89)-kulinarischCafés gibt es wie Sand am Meer, an jeder Ecke, in jeder Stadt. Das Kuchenangebot entspricht dort meistens dem Standard, d. h. es werden kaum außergewöhnliche Leckereien angeboten. Natürlich gibt es, was die Qualität und den Geschmack betrifft, enorme Unterschiede, aber das Angebot ist überwiegend unspektakulär. Also bestellt man in der Regel seinen Lieblingskuchen, wie ich, der Käse- oder Mohnkuchen bevorzugt. Foto-79b-(90)-kulinarischNun gibt es in Kassel neuerdings eine Konditorei, die einen völlig anderen Weg geht. Sie wurde von zwei jungen Konditorinnen gegründet, die wundervolle kleine Köstlichkeiten anbieten. Nicht nur, dass die kleinen Törtchen für das Auge eine Freude sind, sie schmecken auch außergewöhnlich gut. Jedes Teil wird mit viel Liebe in Handarbeit hergestellt. Man sieht es den Teilen an, wie viel Kreativität und Freude am Detail in ihnen steckt. Die Törtchen sind allerdings nichts für Kuchenverschlinger, sondern eher was für Genießer. Wir haben einige kleine Besonderheiten gekauft und versucht, sie zu Hause zu genießen. Nun werdet ihr euch fragen, warum wir es nur versucht haben. Foto-79b-(92)b-kulinarischDie Antwort liegt auf meiner Hand, denn eine kleine freche Kreatur hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Einige von euch kennen ja bereits ALDUIN, also den Drachen, der aus dem Schloss in Bad Wilhelmshöhe ausgebüchst ist und im Park sein Unwesen getrieben hat. Wer ihn noch nicht kennt, kann im Suchfenster einfach ALDUIN eingeben und erhält dann weitere Informationen. ALDUIN hat kürzlich Nachwuchs bekommen, die ALDINE. Auch sie ist ausgebüchst und hat versucht, in unserem Wintergarten Zuflucht zu finden. Und was macht man mit kleinen übermütigen Drachenbabys? Man verwöhnt sie, gibt ihnen etwas zu futtern, sorgt für Beschäftigung und Zuneigung. Also habe ich ALDINE ein Bett mit Erdnüssen gebaut, die sie so gerne mag und in denen sie – wie die Kinder im IKEA-Hort mit den bunten Plastikkugeln – schwimmen und abtauchen kann. Für eine weitere Abwechslung sollte ein Quietscheentchen sorgen. Gut, das mit den Erdnüssen hat geklappt, aber das Quietscheentchen wurde wohl eher als Futter verstanden und ALDINE versuchte es zu verschlingen, die Ungezogene. Foto-79b-(93)-kulinarischIch komme noch einmal zurück auf die kleinen Designertörtchen, um die es hier eigentlich geht und die wir genießen wollten. Da hatten wir allerdings die Rechnung ohne ALDINE gemacht, denn sie hüpfte eiligst aus ihrem Erdnussbett just auf unseren Esszimmertisch und schnappte sich ein Törtchen. Uns verblieben jetzt nur noch drei, die wir dennoch genussvoll zu uns nehmen konnten, herrlich, die reinste Gaumenfreude! Und was machen wir nun mit unserer ALDINE, die offensichtlich lieber kleine Törtchen als Erdnüsse mag? Ich würde sagen, wir nehmen sie einfach mal mit in die besondere neue Konditorei Bonpâtis nach Kassel in die Landgraf-Karl-Straße 3 und vielleicht wird ALDINE sogar als Ehrengast erkoren und bekommt ein Gratistörtchen.Foto-79b-(94)-kulinarisch

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PANIK auf der wilhelmshöhe (die story)


Foto-79b (82)-PanikSicherlich werden viele den Bergpark auf der Wilhelmshöhe kennen. Es ist übrigens der größte Bergpark von Europa und liegt eingebettet im Reinhardswald oberhalb von Kassel. Ganz oben befindet sich der Herkules, das Wahrzeichen von Kassel. Ich habe schon mehrmals über den Park gepostet, aber heute fühle ich mich aufgrund jüngster Vorfälle veranlasst, erneut über ihn zu berichten. Foto-77a-(29)-PanikDas wohl berühmteste Bauwerk im Park ist das Schloss. Und da wäre ich schon beim Kernthema dieser Story. Vor dem Kriege hatte das Schloss eine wundervolle runde Kuppel. Die schmückte nicht nur das Antlitz, sondern passte sich auch dem Stil des im Klassizismus gestalteten Schlosses an. Foto-71b-(35)B-PanikRunde Kuppel und Schloss in Bad Wilhelmshöhe passten einfach perfekt zusammen. Aber dann kamen die bösen Bomben im 2. Weltkrieg, das Schloss wurde vollends zerstört und von der Kuppel sah man überhaupt nichts mehr. Es blieb von dem herrlichen Bauwerk nur noch eine Ruine übrig. Nach dem Kriege wurde das Schloss teilweise wieder aufgebaut und viele Jahre später dachte man, ohne Dach ist auch nichts. Also musste eins her. Geplant und letztendlich auch durchgeführt wurde allerdings zum Entsetzen der Kasseler Bürger ein Flachdach und keine wunderschöne runde Kuppel wie früher. Foto-71b-(35)ba-PanikViele Proteste und Unterschriftensammlungen nützten nichts. Es blieb beim Flachdach, was vielleicht auch zum flachen Denken der Planer besser passte. Nur dann nach Vollendung der baulichen Maßnahme gab es ein Problem. Unter dem runden Dach, also der Kuppel, hauste nämlich der Schlossdrache ALDUIN. Foto-68e-(39)ba-PanikDie meisten Schlösser haben ja Schlosshunde, die ständig frieren, aber die Stadt Kassel hat damals keine Kosten gescheut, sich einen echten Schlossdrachen zuzulegen. Das war ja immerhin eine sinnvolle Investition, denn in dem Schloss, das heute ein Museum ist, mussten wertvolle Sammlungen bewacht werden. Immerhin war kein teures Securitypersonal erforderlich, sondern lediglich Futter für den Drachen. Viele Metzger von Kassel spendeten sogar Fleischabfälle und ALDUIN war es letztlich egal, woher sein Futter kam. Aber dieses schreckliche flache Dach eben unter dem ALDUIN hauste. Es war bei weitem keine artgerechte Tierhaltung und ihm auf die Dauer einfach zu eng. Foto-71b-(38)ba-PanikFolglich hat sich ALDUIN oftmals am Kopf gestoßen, so dass sich im Laufe der Jahre rote Geschwülste bildeten. Irgendwann hatte ALDUIN die Nase voll, zerbrach die Ketten und büchste aus. Die wenigsten wissen, dass ALDUIN trotz harter Schuppen und spitzer Zähne ein weiches Herz hat und der Mensch nicht zu seinem Beuteschema gehört. Dennoch machte sich im Bergpark Wilhelmshöhe so langsam Panik breit und irgendetwas musste geschehen. Nur, was? Das konnte bis heute keiner beantworten. Aber vielleicht greift die neue Regierung mal dieses wichtige Thema auf und verschafft ALDUIN im Reichtag ein neues Zuhause. Dort befindet sich bekanntlich eine riesige Kuppel unter der sich ALDUIN glücklich, zufrieden und großzügig bewegen könnte. Schau´n wir mal. Aber bis dahin dauert und dauert und dauert es bestimmt noch und wer weiß, ob es überhaupt noch einmal eine deutsche Regierung gibt, die sinnvolle Entscheidungen treffen kann. Foto-71b-(40)ba-PanikAlso habe ich mich zunächst mit meiner Kamera auf die Lauer gelegt um ALDUIN zu fotografieren, was er so im Park treibt. Ich glaube die Fotos verschaffen den Eindruck, dass ALDUIN wirklich nichts Böses im Schilde führt. Er scheint sich im Park sogar wohl zu fühlen und genießt die frische Luft. Wie man sieht, hat er sogar seine Freude daran, auf dem Eis hin und her zu rutschen. Vielleicht gewöhnen sich sogar die Parkbesucher an ALDUIN, denn das Leben mit ihm könnte nicht nur an einem schönen Sonnentag sehr abwechslungsreich sein. Nur eines möchte ich vorsorglich erwähnen: „Hundebesitzer, die die Ködel im Park liegenlassen werden von ALDUIN sofort gefressen“.

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Das gemeinsame Leben kann so schön sein; sogar mit ALDUIN. 😉

PANIK im wintergarten (die story)


Foto-79a-(21)-PanikDie hiesigen Zeitungen berichteten kürzlich, dass ein Flugsaurier aus dem Kasseler Naturkundemuseum entflogen sei. Er hat sich von der Kette losgerissen, die offensichtlich für dieses starke Tier zu schwach konzipiert war. Foto-79a-(23)-PanikVielleicht hat er die Kette aber auch mit seinen scharfen Zähnen einfach nur durchgeknabbert. Ich hatte den Bericht schon geistig abgehakt, da hörte ich im Wintergarten eigenartige Geräusche. Foto-79a-(22)-PanikAls ich das überprüfte, traute ich meinen Augen nicht. Ein winziger Flugsaurier hatte sich wohl verflogen und flatterte im Wintergarten hin und her. Foto-79a-(24)-PanikSicherlich ist dem einen oder anderen Blogger so etwas ähnliches mit einer Fledermaus, oder einem Vogel auch schon passiert, aber mit einem Saurier? Das ist vielleicht die Strafe, wenn man den Wintergarten gelegentlich lüftet und danach das Fenster nicht rechtzeitig verschließt. Foto-79a-(26)-PanikAlso was tun, denn das ist ja ein äußerst seltenes Tier und wenn ich es erschlage, bekomme ich mit Sicherheit Ärger mit seiner Mutter. Ich möchte mir wirklich nicht vorstellen, wie groß die ist. Ich schätze mal, ein Tornado ist eine Taube dagegen. Foto-79a-(25)-PanikAlso versuchte ich das mittlerweile in Panik geratene Tier irgendwie behutsam ins Freie zu locken, denn dieses gewaltige Gebiss flößte mir Angst und Respekt ein. Im Kühlschrank befand sich noch ein Rest vom mageren Speck, der ich eigentlich für unsere Luna bestimmt war. Ich legte ihn auf den Fensterrahmen und entfernte mich schleunigst aus dem Wintergarten. Das zeigte wohl seine Wirkung! Foto-79a-(27)-PanikDer Dino schnappte sich das wenn auch kleines Stückchen und flog wieder aus dem Fenster um es in sicherer Entfernung verspeisen zu können (Luna, bitte verzeih mir, aber es gibt ein anderes Leckerli).

Und was lernen wir von dieser Geschichte? Ich würde sagen:

„Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse,
sondern manchmal auch ´was anderes!“ 😉Foto-79a-(28)-Panik

Alle Fotos sind real, also keine Collagen. Und wie bringt man eine Figur zum Fliegen? Wie hättet ihr es gemacht? Auch SCHLEICH-Figuren fliegen nicht von alleine. Dennoch konnte ich nicht widerstehen, mir den Kleinen schicken zu lassen. Er hat jetzt einen Ehrenplatz auf der Fensterbank meines Arbeitszimmers.

http://www.naturkundemuseum-kassel.de/

ein OLDTIMER am schloss (2)


AUE-II-a-70-einOldtimerEs ist schon eine Weile her, da schlenderten meine Frau und ich wieder einmal in der Karlsaue, Kassel herum. Dabei ist es natürlich Pflicht, das herrliche Schloss AUE-II-a-66-einOldtimer„Orangerie“ nicht auszulassen. Als wir uns ihm näherten, trauten wir unseren Augen nicht. Da machte es doch tatsächlich töfftöfftöff und ein Oldtimer mit 3 jungen Männern fuhr auf und ab und zog eine Qualm Wolke hinter sich her. Die Männer waren sogar passend gekleidet, AUE-II-a-73-einOldtimerfeierten sicherlich das Ende ihrer Walz und gönnten sich als Abschluss eine Tour mit einem uralten Auto. Ich ließ es mir nicht entgehen sie anzusprechen, um einige Fotos zu schießen. Sie nahmen mein Angebot gerne an und einige Abzüge habe ich ihnen danach auch zukommen lassen. AUE-II-a-72-einOldtimerEs waren wirklich sehr nette junge Männer, sie waren gut drauf und wir waren uns von Anfang an sympathisch. Einige Tage später besuchte uns sogar der Chauffeur samt Gefährt in unserem Dorf. Die Anwohner staunten nicht schlecht, als dieses alte TöffTöff durch die Straßen knatterte. Ein echtes Ereignis, das uns viel Freude bereitet hat. AUE-II-a-65-einOldtimerWenn ich die alten Fotos (von DIAs reproduziert) allerdings heute betrachte, würde ich sagen, das hätte ich damals besser machen können. Nicht etwa, weil ich keinen guten Fotoapparat dabei gehabt habe, sondern sie sind mir alle viel zu steril. Die Personen wirken wie dahingestellt. Die Dynamik fehlt einfach, aber man lernt ja bekanntlich im Leben und auch in der Fotografie nie aus.AUE-II-a-68-einOldtimer

russische KRINGEL gefällig?


Kurz nach der Wende wurden die Flohmärkte der alten Bundesländer mit einer Fülle von Waren, Hausrat und technischen Artikeln aller Art überschwemmt. Die Renner waren damals russische Nachtsichtgeräte, die man heute von anderen Herstellern zu moderaten Preisen bekommt. Auf dem Fotosektor wurden viele Kameras und Objektive angeboten, die für mich als NIKON-Fotograf allerdings nicht interessant waren. Dennoch schlenderte ich damals gerne über die Flohmärkte, die durch die neuen Waren vielleicht sogar etwas mehr Charme bekommen haben. Dann fiel mir so ein dickes schwarzes Rohr auf, das auf einem Fotostand lag. Ich schaute es mir genauer an und bemerkte, dass es ein riesiges Teleobjektiv war und zwar ein Spiegeltele mit einer Brennweite von 1.000 mm. AUE-II-a-03-russischeDas wäre als Ergänzung zu meiner damals noch analogen Ausrüstung durchaus interessant gewesen und 1.000 mm, wow, das entspricht ja einer 20-fachen Vergrößerung; sensationell dachte ich mir. Dennoch zögerte ich und verließ den Stand ohne etwas zu kaufen. Mein Interesse bemerkte wohl ein anderer Besucher, der mich mit einem russischen Akzent ansprach. Er erwähnte, die Dinger sind von der optischen Leistung her hervorragend. Man müsse nur in die Objektiv hineinschauen, ob die Spiegel rein sind und gut verbaut wurden. Das tat ich dann auch und ich kaufte das Riesenteil für 200,00 DM. Ungeduldig machte ich mich auf um das Objektiv zu testen und ich war beeindruckt von der Schärfe und Brillanz der Fotos. Ich postete bereits einige Fotos, die ich mit diesem Objektiv geschossen hatte. Hier sind noch zwei. Man sieht, dass man mit so einer großen Brennweite sogar im Nahbereich interessante Effekte erzielen kann. Beeindruckt hat mich auch das Buket und die Kringel, die sich bei Spiegelteles aufgrund des inneren Aufbaus zwangsläufig ergeben. Das Licht strahlt in das Objektiv, wird mit Spiegeln auf einen anderen Spiegel in der Mitte reflektiert und gelangt dann erst auf den Film. Das hat den Vorteil, dass die Spiegelobjektive sehr kurz, aber dafür dicker sind. AUE-II-a-22-russischeEgal, ich war damals begeistert und lief eine Zeitlang mit Stativ und den Tele herum. Für die Digitalfotografie wäre heute so ein Tele uninteressant, weil es keinen Bildstabilisator hat und sehr lichtschwach ist. Außerdem erreichen heutzutage einige Bridgekameras bereits an die 2.000 mm Brennweite, bei denen man allerdings von der optischen Leistung her gewaltige Abstriche machen muss. Dieses Foto hatte ich bereits gepostet. Der weit entfernte Bohrturm war mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, aber das Russentele hat ihn mir schön nah herangeholt und sogar die Sonne vergrößert.63-63b052-russische

bernd hat ANGST


BERND war einst ein lieber, netter und strebsamer Kollege. Das ist schon lange her und ich arbeitete damals noch in einem Großbetrieb. Alle Kolleginnen und Kollegen mochten BERND und achteten ihn menschlich, aber auch von seiner Qualifikation her. Leider ist BERND viel zu früh gestorben. Mit Anfang 40 erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt. Wir erinnern uns auch heute noch an den lieben BERND und auch an den Spaß, den wir gemeinsam hatten. Eine spaßige Geschichte möchte ich euch heute erzählen.

BERND hatte einen Job, der viel Sitzen und Denken erforderte. Nun weiß jeder, dass dauerhaftes Sitzen für den hinteren Bereich nicht unbedingt von Vorteil ist. Eines Tages machten sich bei BERND daher auch schon gewisse Symptome bemerkbar. Zunächst mit Afterjucken und später zeigten sich sogar gravierendere Körperreaktionen. BERND ging zum Doktor, der ihm dringendst eine Hämorrhoiden-OP anriet. Nun war unser lieber BERND nicht einer der mental stärkeren Sorte von Mensch. Mit anderen Worten, er hatte eine höllische Angst vor der OP. Wir, aber wirklich wir alle, sprachen ihm permanent Mut zu mit den üblichen Worten, wie „wird schon klappen“, „ist doch alles harmlos“, „es gibt Schlimmeres“ usw. Als das alles nichts nützte, hatte ich die Idee zu einer Schocktherapie. Ihr wisst sicherlich, wie so etwas therapiert wird. Wenn einer z. B. unter Arachnophobie leidet, dann lässt man eine Tarantel über seinen Handrücken krabbeln, oder wenn jemand unter Höhenangst leidet, lässt man ihn über wackelige Brücken gehen usw.

Was nun unseren BERND betrifft, so hatte ich folgende Idee. Ihr wisst ja, früher und auch später habe ich hin und wieder gerne gezeichnet. Also fertigte ich für unseren lieben ängstlichen Bernd übers Wochenende eine Zeichnung an und hielt sie ihm am Montag unter die Nase. BERND stutzte zunächst ein wenig, musste aber dann doch herzhaft lachen. Ich habe BERND durch diese Aktion zwar nicht die Angst genommen, jedoch hat er insgesamt die OP jetzt doch etwas lockerer gesehen.

Und was machen wir in der Weihnachtszeit für eine Schocktherapie? Ich würde sagen, wir werden Unmengen von Schokolade, Plätzchen und Stollen vertilgen, damit wir das neue Jahr – wie jedes Jahr – mit guten Vorsätzen für´s Abnehmen beginnen können.

Foto-78c-(91)-Bernd

waldeslust


Und wieder eine Entdeckung aus meiner alten Sammelmappe. Ich hatte vor längerer Zeit eine Kollegin, die war die totale Pferdeliebhaberin schlechthin. Sie besaß auch selbst einen stattlichen Hengst und ritt mit Gleichgesinnten am Wochenende regelmäßig aus. Da passte es natürlich, dass wir ihr zum Geburtstag etwas Pferdespezifisches schenken wollten. Folglich dichtete ich etwas und ein Kollege, der zeichnerisch weitaus begabter war, als ich, illustrierte es entsprechend. Da meine Kollegin das totale Gegenteil von prüde war, kam diese kleine Beilage zu ihrem offiziellem Geschenk sehr gut an.

Foto-78c-(72)-Waldeslust

An einem sonnigen Tag mit forschem Schritt,
ein Mädel auf dem Gaule ritt.

Der Wind glitt durch ihr feines Haar,
als der Gaul grad´ ´ne Lichtung sah.

Das Mädel denkt, da leg ich mich mal rein,
stieg ab und entkleidete zunächst ihr Bein.

Dann folgten die anderen Körperteile,
der Gaul nahm dies zunächst mit Weile.

Als das Mädel jedoch da stand ganz ohne was an,
dachte der Gaul, jetzt bin ich dran.

Er bäumte sich auf, schoss aus der Lichtung,
und dachte, NUR WEG, egal in welche Richtung.

Das Mädel rief noch etwas hinterher,
doch das hörte der Gaul schon nicht mehr.

Ganz allein auf ´ner Lichtung und nackend im Wald,
das gab dem Mädel keinen moralischen Halt.

Schon guckten Fuchs und Filzlaus lüstern um die Ecke,
da flüchtet das Mädel erschrocken hinter eine Hecke.

Ein Adler blieb in der Luft stehen,
um das Mädel von oben anzuseh´n.

Würmer und Käfer krochen hervor alsdann
und murmelten „diese Nudistin sehen wir uns an“.

Nur ein alter Kauz sich nicht erregt fühlte,
weil er grad an seiner Kauzin wühlte.

Dann kam dem Mädel die rettende Idee,
denn ihr taten schon die Gliedmaßen weh.

Den Sattel, den der Gaul zurückgelassen,
band sie sich um, es war nicht zu fassen

als Lendenschurz
und überstand den Rückweg ganz ohne Sturz.

Nur einen Forstwart sie irritiert hat,
der anschließend um seine Entlassung bat,

weil von dem Eindruck sehr benommen,
denn eine gesattelte Waldmieze war ihm noch nie vorgekommen.

Die Waldtiere allerdings noch heute flüstern,
von diesem Erlebnis äußerst lüstern.