ein alter SCHATZ


Foto-72f-(59)c-ein-alter-schatzBeim Ausmisten sind wir auf ein altes Gemälde gestoßen. Es stellt mich als 6-jähriger Junge dar. Geschaffen wurde das Kunstwerk damals von einem Bremer Maler, dessen Namen mir heute leider nicht mehr bekannt ist. Das Bild befindet sich in einem sehr schlechten Zustand, aber ich habe es damals geliebt und werde es vielleicht gelegentlich restaurieren und rahmen lassen. Leider gingen meine Eltern mit dem Bild auch nicht sorgsam um. Oben hat es z. B. ein Loch, denn es wurde einfach durch einen Nagel an die Wand gedrückt. Auch einige Kaffeeflecken und diverse Risse verunstalteten das Bild. Ich war damals natürlich noch zu klein, um diesem nachlässigen Verhalten Einhalt zu gebieten und hatte auch noch keinen Sinn für Kunst. Vielleicht war ich daran ja auch selbst beteiligt. Egal, ich habe das Bild heute digitalisiert, die Macken entfernt und ein Foto von meiner Einschulung gegenübergestellt. Obwohl der Künstler nicht so recht mein Alter getroffen hat, finde ich, dass eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden ist. Auf jeden Fall ist es zu schade, um es erneut im Keller verschwinden zu lassen.

Advertisements

Bundesgartenschau 1955


Foto-72e-(63)-webDie Bundesgartenschau 1955 fand vom 29. April bis zum 16. Oktober 1955 in Kassel statt. Zentrales Anliegen der Bundesgartenschau in Kassel war es, der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Stadt ihre Grünanlage Karlsaue wiederzugeben. Die künstlerische Oberleitung hatte der Kasseler Gartenarchitekt und Professor an der Werkakademie Hermann Mattern, die Pflanzplanung und die Gestaltung des Musterfriedhofs stammten von Herta Hammerbacher. Kennzeichnend für die Gestaltung der Veranstaltung war die sehr modernistische Formensprache, die unterschiedliche Reaktionen hervorrief.
(Quelle Wikipedia)

Die Fotos habe ich von alten Bildkarten reproduziert, die damals der Ausstellungsverlag GEORG MICHEL herausgegeben hat. Wenn man Kassel kennt, ist es äußerst spannend zu sehen, wie sich die Stadt inzwischen verändert hat. Die Karten sind nur 9 mal 7 cm groß und dementsprechend schlecht waren die Repros vom Scanner. Ich musste daher jedes einzelne Foto nacharbeiten um eine brauchbare Qualität herauszukitzeln.

Und nun schaut euch die restlichen Fotos an. Ich jedenfalls finde sie interessant, zumal die Eindrücke mehr als 60 Jahre alt sind.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Qualität zahlt sich nicht immer aus


Foto-67c-(37)-QualitätAls ich ein kleiner Junge war und noch in Hamburg lebte, beobachteten meine Kumpels und ich, wie ein Mercedes-LKW einem falsch parkenden Opel ausweichen musste und dabei – abseits der Straße – in ein Schlammloch geriet. Der Fahrer bemühte sich mit aller Gewalt und der verfügbaren Motorkraft seines Gefährts aus dieser Situation zu befreien. Nützte alles nichts, er blieb stecken und fluchte lautstark vor sich hin.

Es blieb dem Fahrer also nichts anderes übrig, als einen ortsansässigen Bauern zu bitten, seinen Mercedes mit dem Traktor aus dem Schlamm zu ziehen. Der Traktor – damals ein hochmodernes Gefährt – tuckerte herbei und der Bauer befestigte eine Zugkette am LKW. Dann ging es los, aber der Traktor stieg vorne extrem in die Höhe, so dass es so aussah, als würde er einen Salto drehen wollen und nach hinten überkippen. Außerdem entwickelte er eine enorme Diesel-Rußwolke, so dass im unmittelbaren Umkreis bald alles eingenebelt war. Damals hat sich keiner über Dieselabgase aufgeregt 😉 Uns Jungs machte das ebenfalls nichts aus, denn wir waren hart im Nehmen und außerdem begeisterte uns diese Situation (endlich war mal was los in unserer Gegend). Einige von uns kletterten sogar auf die Motorhaube des Traktors, um den Schwerpunkt zu verlagern und ihm vorne mehr Gewicht zu verleihen.Foto-67c-(36)-Qualität

Das zeigte in der Tat Wirkung, aber der relativ schwache Motor des Traktors konnte seine Aufgabe nicht erfüllen, streikte und wurde letztlich sogar abgewürgt. Die heutigen Monstertraktoren mit den starken Motoren hätten das sicherlich geschafft, aber die gab ´s damals noch nicht. Was die heutigen Trecker auch schaffen, ist, bedingt durch ihr hohes Eigengewicht und die extrem breiten Reifen, die Felder derart zu verdichten, dass da nichts mehr wächst und das Wasser bei Regen nicht mehr in das Feld einsickert, sondern schnell abfließt und Überschwemmungen fördert, aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zu dem Mercedes-LKW, dessen Fahrer sich mittlerweile am Rande Verzweiflung bewegte. Aber plötzlich, wie aus heiterem Himmel, hörte die Menschentraube, die sich inzwischen um das Ereignis gebildet hatte, einen weiteren LKW annahen. Der Mercedes-Fahrer traute seinen Augen nicht; es war die Konkurrenz, ein verhasster HENSCHEL-LKW. Dennoch bot der HENSCHEL-Fahrer sofort seine Hilfe an, denn es waren ja schließlich Berufskollegen und da ist gegenseitige Hilfe Ehrensache. Der HENSCHEL-Fahrer spannte ein stabiles Abschleppseil vor den Mercedes, weil der Bauer seine Zugkette bereits wieder mitgenommen hatte. Es dauerte dann keine 3 Minuten, da war der Mercedes von der misslichen Lage befreit. Es ging ein erfreutes Raunen durch die Menschenmasse und der Fahrer des HENSCHEL-LKW ´s wurde sogar beklatscht. Er zog frohen Mutes von dannen und wurde nie wieder gesehen. Und wenn er nicht gestorben ist, dann …. NEIN, das ist keine erfundene Geschichte; es hat sich wirklich so ereignet!

Und was sagt uns diese Geschichte? QUALITÄT ist immer gut, aber zahlt sich leider nicht immer aus. HENSCHEL-LKW ´s, die damals in Kassel gebaut wurden, waren bis in die 60iger Jahren weitaus besser, als die von Mercedes, hatten aber nicht so einen großen Marktanteil. Und was macht ein großer Multikonzern, wenn er seine Konkurrenz ausschalten will? Er kauft sie auf und so geschah es auch. Einige hochqualitative HENSCHEL-Komponenten wurden dann noch einige Jahre später in den Mercedes-LKW ´s verbaut, aber die LKW-Marke „HENSCHEL“ verschwand gänzlich vom Markt, leider.Foto-67c (38)b

Und warum mich auch heute noch das Ereignis mit dem HENSCHEL und dem Schlammloch so bewegt? Na, weil die Firma HENSCHEL lange Zeit mein Arbeitgeber war und ich mich auch heute noch mit den Produkten (LKW, Lokomotiven und vieles mehr) identifiziere. Wer Lust hat, mehr über HENSCHEL und deren Geschichte zu erfahren, der kann ja das Museum besuchen, oder sich in der Homepage informieren. In dem Museum selbst steht zwar kein LKW, aber es gibt viele andere Dinge, die mit Sicherheit das interessierte technische Herz höher schlagen lassen werden:

http://www.henschel-museum.net/Das_Museum