schweine haben keinen HUMOR


Foto-42b-(26)-SchweineSchweine sind bekanntlich sehr klug. Klüger als Hunde und Katzen aber eines wurde ihnen dennoch zum Verhängnis: SIE SIND LECKER. Allerdings als Schnitzel verarbeitet zu werden hält kein Schwein aus. Aber keine Bange, jetzt kommt keine Story über Jägerschnitzel, oder Antiveganer sondern ich möchte euch zwei kleine Geschichten über „schweinige“ Erlebnisse erzählen.

Ich war gerade mal 6 Jahre und die Einschulung in Bremen ließ nicht mehr lange auf sich warten. An einem schönen sonnigen Tag gingen meine Eltern und ich im Bürgerpark spazieren. Natürlich interessierten mich damals noch keine Blumen und hübsche Pflanzen, denn ich zerrte am Arm meiner Mutter in Richtung eines kleinen Zoos, wenn man das damals überhaupt Zoo nennen konnte. Es war ein abgezäunter Bereich in dem sich allerlei Viehzeug, wie Ziegen und Wildschweine tummelten. Foto-29-d-(39)-SchweineAls ich endlich mein Ziel erreichte, betrachtete ich vor allen Dingen die großen dicken Wildschweine. Ein großer Eber drückte in Augenhöhe seine feuchte Nase gegen den Maschendrahtzaun und bewegte sie schnüffelnd hin und her. Foto-29-d-(34)-SchweineMir fielen die zwei großen Nasenlöcher auf und da ich schon als Kind gerne alles untersuchte, steckte ich meinen Mittel- und Zeigefinger in diese feuchten zuckenden dunklen Löcher. Das gefiel dem Eber überhaupt nicht, schnappte blitzschnell zu und biss mir in meine kleinen Finger. Die Attacke war gottseidank nicht besonders heftig, aber hinterließ immerhin eine kleine offene Wunde. Ich schrie natürlich wie am Spieß und meine Mutter bekam einen leichten hysterischen Anfall. Sie holte sofort ihre „4711-EchtKölnischWasser-Flasche“ aus ihrer Handtasche und schüttete mir einige, aber viele Tropfen auf die Wunde. Unbenannt-1Aber da hatte sie etwas angerichtet, denn jetzt ging mein Gejammer und Gebrülle erst richtig los, denn das Zeug brannte wie Feuer. Die Leute guckten schon was da los sei und einige sagten sogar „Junge stell dich nicht so an“. Tja, das waren damals eben härtere Zeiten und so etwas wie Mitgefühl war für manche Erwachsenen eher ein Fremdwort. Der Schmerz hörte ja auch bald auf und meine Mutter hatte mir immerhin die Wunde desinfiziert, so dass sich nichts entzünden konnte.

Etwa 10 Jahre später – ich wohnte bereits in Kassel – besuchte ich meine Oma zu Weihnachten in Bremen. Ich bekam einen wundervollen Mantel geschenkt, den ich mir nach dem Festmahl überstülpte um einen Verdauungsspaziergang in Angriff zu nehmen. Der Bürgerpark war in der Nähe und ich dachte mir spontan, ob denn dieses bissige Schwein von damals noch lebe. Foto-31-b-(10)-SchweineIch steuerte also wieder den Mini Zoo an und tatsächlich, Wildschweine waren noch da. Insgesamt 3 suhlten im Schlamm herum und unter ihnen war auch wieder ein Riesenviech. „Ob das dieser Unhold von damals war?“ dachte ich mir. Ich näherte mich vorsichtig dem Gehege und nahm als Waffe einen Zweig in die Hand, falls mich der Eber erneut attackieren sollte. Aber nein, er war ganz friedlich und schnüffelte auch am Zaun vermutlich in Erwartung einer Fütterung. Meine beiden Finger ließ ich dieses mal sicherheitshalber in der Manteltasche. Dann juckte es mich doch irgendwie, denn vielleicht war es ja doch dieses Urvieh von damals, denn Schweine haben ja eine beachtliche Lebenserwartung und darüber hinaus ein hervorragendes Langzeitgedächtnis. Ich nahm also den Zweig, den ich inzwischen zu einem stattlichen Stock modifiziert hatte, und kratzte dem Tier auf den Rücken. Offensichtlich empfand das Borstentier diese Geste als angenehm, denn an dieser Stelle juckte es vielleicht gerade oder ich hatte sogar einen lästigen Parasiten, wie eine Zecke, entfernt. Dann aber und unerwartet sprang das riesige Tier hoch an den Zaun, grunzte wild und schüttelte sich. Vermutlich hatte ich eine Stelle getroffen, die es nicht mehr als angenehm empfand. Durch dieses ruckartige Schütteln wurde der Schlamm vom Schwein weggeschleudert, der sich in dem dichten Fell angesammelt hatte, und zwar in alle Richtungen. Foto-31-b (11)cIch war übersäht mit stinkenden nassen Schlammpartikeln und sah irgendwie selbst aus wie ein Schwein. Ich dachte nur eins, wenn mich meine Oma so sieht, gibt es Ärger und zwar gewaltigen. Ich machte mich also schleunigst auf zu dem nahe liegenden Schloss Café und betrat es durch den Hintereingang. Dort bat ich die Küchendamen um Hilfe mit der Bitte um einen feuchten Lappen. Foto-42b-(28)-SchweineSie erkannten sofort meine Notlage und putzten mich selbst von oben bis unten ab. Eine sehr nette Geste fand ich. Leider hatte ich nur ein paar Groschen in der Tasche, die ich ihnen als kleines Dankeschön überreichte. Nach diesem abenteuerlichen Zoobesuch kehrte ich wieder zu meiner Oma zurück. Sie bemerkte äußerlich an mir eigentlich nichts, denn der dunkle Mantel war ohnehin nicht so empfindlich bei dunklem Dreck. Außerdem hatten die freundlichen Damen von Schloss Café eine sehr gute Reinigungsarbeit vollbracht. Als wir jedoch später gemeinsam am Abendtisch speisten, schnüffelte meine Oma doch hin und wieder in der Luft herum und rümpfte die Nase, sagte aber nichts. Das war dann doch irgendwie meine Rettung.

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Und was lernen wir aus dieser Geschicht´?:
„Ärgere nie ein Schwein zum Scherz,
denn es spürt wie du den Schmerz.
Mach ihm lieber den Garaus
und ein lecker Schnitzel draus“.

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