600 T€ sind doch kein PAPPENSTIEL!


Da steht er nun, der Obelisk, auf dem Königsplatz von Kassel, 16 m hoch, leise aber kein bisschen weise. Er ist ein Kunstwerk aus der dXIV. Sicherlich kein schlechtes Kunstwerk und irgendwie vielleicht sogar eine Bereicherung des Platzes. So denkt die Stadt wohl auch und hat entschieden, dieses Kunstwerk zu übernehmen, Foto-73a-(01)b-600tausendallerdings ist die Finanzierung noch nicht geklärt. Und was resultiert daraus? Na klar, ein Spendenaufruf an die Bürger. Das wäre ja eigentlich ein völlig normaler Prozess, den Bürger in die kulturelle Gestaltung der Stadt einzubinden, wenn da nicht die horrende Forderung des Künstlers wäre. Der verlangt sage und schreibe 600.000,00 € für diesen spitzen Stein. Also Leute, ich bekomme schon bei Lesen dieser übertriebenen Forderung Atemnot. Sicherlich, Kunst gehört zu Kassel wie Kassel zur Kunst, aber ich finde, auch Künstler sollten Fairness walten lassen und Stadtkassen nicht als Melkkuh betrachten. Ich schätze mal, dass ohnehin nicht genügend Gelder aufgetrieben werden und der Künstler sein Kunstwerk wieder mit nach Hause nehmen kann. Vielleicht lernen dann auch die anderen Künstler daraus, dass sie den Bogen nicht überspannen sollten damit nicht auch über die Kunst an sich dunkle Wolken aufziehen, wie auf den Fotos.

13 Gedanken zu “600 T€ sind doch kein PAPPENSTIEL!

  1. das ist doch kein Preis für einen so gewaltigen Trumm. (Grad las ich, dass Picassos „Frauen von Algier“ vor ein paar Jährchen bei einer Auktion 3.2 Mio oder so gebracht haben). Die Hauptfrage ist: wofür steht der Obelisk? Wie ich in goldener Schrift lese, behauptet er, dass „ich ein Fremder war und du mich aufgenommen hast“ (ich las es auf Englisch,es steht da auch auf Arabisch). Meint er damit sich selbst (den Obelisken) oder evtl doch den Mann aus der Ferne, den es nach Kassel verschlagen hat?

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    1. Gerne habe ich mal recherchiert. Hier das Ergebnis (Quelle Wikipedia):

      Das 16,20 m hohe Monument trägt eine Inschrift in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch und Türkisch – den in Kassel am häufigsten gesprochenen Sprachen: „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“, ein Zitat aus dem Matthäus-Evangelium (Matthäus 25, 35-36).
      Das Zitat aus dem Matthäus-Evangelium steht im Zusammenhang von Äußerungen Jesu über Heiden. Als ein Teil seiner Anhänger erwiderte, er habe doch nie Hilfe benötigt, antwortet Jesus: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder, habt ihr es mir getan. Und als andere meinen, sie hätten ihm doch immer geholfen, sagt Jesus: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es nicht getan habt einem dieser Geringsten, habt ihr es mir auch nicht getan.

      Na ja, dein Vergleich mit Picasso hinkt wohl ein wenig. Viele finden des Preis einfach zu teuer und ungerechtfertigt für ein Kunstwerk von einem bislang unbedeutenden Künstler. :-/

      LG Alexander

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  2. Erstmal möcht‘ ich sagen, daß der Obelisk ein wirklich schönes Teil ist und die Inschrift gefällt mir sehr! Er würde den Platz sicher bereichern. Aber der Preis ist überzogen! Ich finde, man muß die Kirche im Dorf lassen. Natürlich muß der Künstler an seiner Kunst verdienen, er muß das Material bezahlt bekommen und natürlich seine Arbeit, damit er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Wären 300.000€ nicht auch noch genug? Bezahlte den Transport des Obelisken nach Kassel dereinst die Stadt oder der Künstler selbst? Du sagst, er ist bislang unbedeutend in seiner Kunst, dann kann man ihn nicht mit Picasso, Dali, Hundertwasser usw. vergleichen. Auch diese haben mal „klein“ angefangen und sind jetzt erst Millionen wert. Ich finde es auch schade, daß Kunst oft unerschwinglich gemacht wird.
    Wer weiß, ob der Normalbürger überhaupt dafür spenden möchte und ob er nicht sauer ist, weil der Künstler so viel Geld verlangt. Vielleicht sagen die Bürger: jetzt erst recht nicht🙂
    Unsere Stadt hatte das Problem mal mit einem einheimischen Künstler, der ließ jahrelang sein unspektakuläres Werk vor dem Gymnasium stehen und wollte dann nach langer Zeit ziemlich viel Geld dafür, sonst würde er es entfernen. Ich dachte mir damals: nimm‘ doch den Krempel mit. Weiß gar nicht mehr, was da rauskam, war eine lange Streiterei.

    Da lobe ich mir deine Kunst, für die wir nicht mal was bezahlen brauchen und die wir trotzdem ansehen dürfen und Freude daran haben dürfen😊

    Einen recht schönen Abend und liebe Grüße💫
    Elisabeth

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    1. Danke für deine ausführliche Ergänzung. Was bei solchen Veranstaltungen, wie die documenta fehlt, ist ein kompetenter Controller, der den Gestaltern mal kräftig und vor allen Dingen rechtzeitig auf die Finger haut, bevor sie in eine Unendlich Schleife von Maßlosigkeit und Verschwendung gleiten. :-/
      LG Alexander

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  3. Das ist wenigstens ein Kunstwerk, das man ansehen kann, ohne dass man sich fragen muss, aus welcher Mülltonne bzw. von welcher Deponie der/die sogenannte „Künstler/in“ das Teil gezogen hat. 😉 Hier in München gab’s vor nicht allzu langer Zeit den Fall eines „Aktionskünstlers“, der auf dem Rasen vor der Alten Pinakothek so etwas wie eine runde, etwa zwei Meter hohe Wäschespinne aufgestellt und mit ca. dreißig Zentimeter langen und ca. fünf Zentimetern breiten Streifen von Alufolie behängt hat – und der hat verdammt viel Kohle für diesen sinnentleerten Mist kassiert! 😀

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    1. Da kann ich mir gut vorstellen. Manche „Kunst“ animiert den Betrachter eher zum Kopfschütteln, als zur Begeisterung. Wenn dann auch noch maßlos Geld ausgegeben wird, ist es die reinste Verschwendung, die eher den Zorn der Bürger hervorruft. :-/
      LG Alexander

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  4. ich hab den Vergleich mit Picasso auch nicht ganz ernst gemeint. Kunst ist wichtig, aber ist dies Kunst? oder nur ein erhobener Zeigefinger, der den Leuten sagt: nun seid mal schön christlich und lasst die Moslems bei euch rein. (Wieso ist arabisch so verbreitet in Kassel? Türkisch (und Kurdisch) kann ich verstehen, natürlich auch Italienisch, Griechisch, und evtl Französisch wegen der französischen Kolonien in Afrika.)
    Mich störte vor allem der Gedanke, dass dieses Geld ja ganz gut in die Flüchtlingshilfe fließen könnte anstatt in einen erhobenen Zeigefinger. Liebe Grüße!

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