ohne SONNE keine WONNE


Na klar, schönes Wetter lockt den Opa vom Kamin und die Oma legt die Häkelnadel beiseite. Raus in die Natur, Sonne und Vitamin D tanken und die alte Minolta ruhig mal wieder herausholen um den Film, der sich schon seit der Taufe des Enkelkindes in der Kamera befindet, endlich einmal vollzuknipsen. Aber nun Scherz beiseite. Schönes Wetter mit Sonnenschein aktiviert das Gemüt und man geht gut gelaunt in den Tag. Und die Fotos werden bei Sonnenschein natürlich immer brillant, aber mit einigen Ausnahmen. Das Sprichwort „wo Licht ist, ist auch Schatten“ ist eines dieser Ausnahmen. Architekturaufnahmen z. B. sind bei extremer Sonne absolut ungeeignet, Landschaftsmotive schon. Bei dem heutigen wechselhaften Wetter erinnerte ich mich an eine alte Sumpfeiche, die bestimmt seit mehr als 200 Jahren bei Bad Emstal (Nordhessen) gedeiht. Ich habe sie in Vergangenheit schon mehrfach fotografiert und auch gepostet, aber das heutige Wetter verführte mich zu einer kleinen Foto Tour. Kaum hatte ich das Ziel erreicht, zogen allerdings wieder dunkle Wolken auf, aber ich gebe nicht so schnell auf. Nach gut einer halben Stunde blinzelte die Sonne zwischen einigen Wolken hervor und ich bekam die Lichtverhältnisse, die ich mir sehnlichst gewünscht hatte.

Foto-78a-(19)-ohneSonne
Hier wird der Vordergrund von der Sonne aufgehellt und die Kontraste sind nicht mehr so stark. Ich bin stolz auf meine Kamera, die das trotz immer noch extremer Lichtverhältnisse geschafft hat. Da die Sonne etwa 45° vorne links stand (eine Fast-Gegenlicht-Aufnahme), bildet sie zusätzlich schöne dunkle Bereiche, die den Kontrast hervorheben. Ich würde sagen, diese Aufnahme ist gelungen.
Foto-78a-(18)-ohneSonne
Dieses Foto ist eigentlich wertlos. Der Vordergrund ist „abgesoffen“ und der Himmel „ausgefressen“ wie man im Fotojargon sagt. Das menschliche Auge kann extreme Kontraste weitaus besser verarbeiten, als Filmmaterial oder Bildsensoren. Daher haben wir Motive manchmal völlig anders in Erinnerung, als es das Foto darstellen kann und schieben die fotografischen Misserfolge gerne auf die Kamera, die aber nichts dafür kann.
Foto-78a-(22)-ohneSonne
Und hier dieses kleine Wunder der Natur noch einmal in voller Pracht.

 

VERSTAND


Der Blick des Verstandes fängt an, scharf zu werden,
wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

Sagte einst Platon (428 v. Chr. ~ 348 v. Chr.)
antiker griechischer Philosoph

Foto-78a-(17)-Verstand

Diese uralte Linsenbrille befand sich in einem Schuhkarton voller Brillen, der einst im Fundbüro versteigert wurde. Ich habe mit 10 DM den Zuschlag erhalten. Die Linsenbrille ist bei uns immer wieder ein Lacher und musste für allerlei Schabernack herhalten. Lange kann man sie jedoch nicht aufbehalten, denn es wird einem schnell schwindelig. Interessant bei diesem Selfie ist, dass sich das „halbe“ Dorf in der Linsenwölbung spiegelt.

wahre SCHÖNHEIT


Was nützt viele Pinke, Pinke
Auszugeben für die Schminke?
Im Spiegel Grimassen schneiden
Und Nofretete beneiden.
Mit dem Schminkstift kritzeln
Und über andere witzeln.
Zum Schluss noch Puder draufgetupft
Und die Brauen abgezupft.
Schönheit kommt nicht von allein
Geflogen in das Fenster herein.
Schönheit, man hat sie oder nicht
Das ist doch die wahre Sicht.

Foto-77e-(01)b-wahreSchönheit
Diese ungeschminkte Schönheit habe ich kürzlich im Tierpark, Saba Burg entdeckt.

STILL ruht der see


Ein Flüstern nur, du hörst es kaum.
Der Abend naht, nun senkt sich nieder
Auf die Natur ein süßer Traum.
Still ruht der See! Durch das Gezweige
Der heil’ge Odem Gottes weht.
Die Blümlein an dem Seegestade,
Sie sprechen fromm ihr Nachtgebet.
Still ruht der See! Vom Himmelsdome
Die Sterne friedsam niedersehn.
O Menschenherz, gib dich zufrieden,
Auch du, auch du wirst schlafen geh´n!

Heinrich Pfeil (1835~1899)
deutscher Komponist, Redakteur und Musikschriftsteller

Foto-77c-(21)-still-ruht