alte SCHÄTZE (1)


Beim Ausmisten bin ich erneut auf etwas gestoßen, und zwar eine Sammlung von Zeichnungen aus meiner Schulzeit. Es handelt sich überwiegend um Aquarelle, denn ein Tuschekasten war im Kunstunterricht Pflicht. Einige Werke möchte ich euch nicht vorenthalten.

Das war mein Reich, ein ehemaliges Hühnerhaus.Foto-73a (14)-alteSchätze

Links hatte ich meine Kaninchen und rechts war ein Raum, den ich mir bewohnbar eingerichtet hatte. Der Innenraum bestand aus zwei Stühlen, einem kleinen Tisch, einem alten Küchenschrank sowie hinten an der Wand ein Bett. Ein alter Küchenherd sorgte an kalten Tagen für eine angenehme Wärme. Natürlich wohnte ich offiziell im Haupthaus bei meiner Mutter, aber abenteuerlicher war allerdings mein „Hühnerstall“. Dort konnte ich machen, was ich wollte und keiner hat mich angemeckert. Dort war mein Reich und ich war der Herr Ritter. So eine hochgestellte Persönlichkeit wie ein Ritter verfügte selbstverständlich über ein Schwert und meins hing an der Wand über dem Bett. Es war aber nur ein Dekorationsschwert, nicht scharf, aber immerhin aus Metall und sah schon gefährlich aus. Einige nachbarliche Jungs waren jedoch neidisch auf meine Residenz und das ließen sie mich eines Tages auch spüren. So war es dann auch, als zwei kleine freche Kinder an meine Tür klopften, um mich zu ärgern, wobei, Zwist unter Jungs war damals völlig normal. Heute nennt man das allerdings Mobbing. Die beiden Klopfenden hatte ich zunächst ignoriert, aber sie nervten dann doch irgendwann und ich rannte wutentbrannt aus meiner Hütte um sie zu verjagen. Da hatte ich allerdings die Rechnung ohne ihren großen Bruder gemacht, denn dieser Hühne wartete arglistig hinter der Ecke, packte mich und gab mir eine kräftige Kopfnuss direkt auf meine Nase, die sofort anfing zu bluten. Das war eindeutig zu viel, ich lief zurück in meine Hütte, schnappte mir das Schwert, fuchtelte schreiend, heulend und blutend damit herum und vertrieb die kleinen Frechen nebst ihrem großen brutalen Bruder. Nach diesem Ereignis hatte ich für alle Zeiten meine Ruhe vor solchen Rabauken und ich konnte mir ungestört mit meinen Freunden in meiner Hütte die Zeit vertreiben. Und die Mädels in meiner Hütte? Nee, da war ich noch zu jung für solche Dinge 😀

Ein Lagerfeuer durfte ich draußen natürlich nicht machen (Na ja, Landschaftsdarstellungen waren nicht gerade meine Stärke).Foto-73a (05)-alteSchätze

Strom gab es auch keinen, aber für eine Beleuchtung habe ich dennoch gesorgt (Anstatt dieser bunten Laterne hatte ich stets Kerzen als Lichtquelle bevorratet).Foto-73a (06)-alteSchätze

13 Gedanken zu “alte SCHÄTZE (1)

  1. Elisabeth Berger

    Du hast ja als Kind schon sehr schön gemalt, hast du das Talent von deiner Tante vererbt bekommen?
    Wir hatten auf dem Dorf auch so eine Hütte, es war ein verlassener Imkerwagen. Gell, das sind so schöne Erinnerungen! Aber diese frechen Knirpse samt ihrem Schlägerbruder waren dir sicher sehr neidisch wegen deinem eigenen kleinen Reich. Kinder können schon gemein sein. Hättest ihnen mit deinem Schwert anständig auf die Popos hauen sollen😊
    LG Elisabeth

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank, ja bei Kunst bekam ich stets gute Noten, aber auch in Mathe und Deutsch. Geschichte und Sport hasste ich. Weitere Bilder poste ich noch.
      Das Künstlerische liegt bei uns in der Familie. Jeder hatte auf diesem Gebiet ein gewisses Talent. Meine Tante war – wie erwähnt – sogar Malerin 🙂
      LG Alexander

      Gefällt 1 Person

      1. Elisabeth Berger

        …..uiiii, du warst gut in Mathe, toll – da war ich immer eine Niete☺️ Auch Wirtschaftsrechnen war nicht gerade der Burner😝 Chemie und Physik waren der Horror pur😖😁
        Ich war nur in Deutsch, Geschichte und in Sprachen gut😊 Wir hatten damals als Wahlfächer noch Steno und Maschineschreiben, das war dann die absolute Blamage🤢
        LG Elisabeth

        Gefällt 1 Person

    1. Dankeschön, Nadia. Ja, es ist erstaunlich, welche Erinnerungen beim Betrachten alter Bilder geweckt werden. Oftmals war man der Meinung, sie schon vergessen zu haben, aber das menschliche Gehirn ist ein enormes Speichermedium 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. Ich glaube, das liegt auch daran, dass gemalte Bilder auch mehr Emotionen transportieren als Fotos. Meist sieht man sich dann wieder in dieser Situation, wie und wo man damals das Bild gemalt hat. Es ist gut, solche Werke aufzubewahren. Beim anschauen darf man wieder in die Kindheit eintauchen 🙂

        Gefällt 2 Personen

  2. Sehr schöne Kinderbilder, schade das meine weg sind. Es ist toll das du sie aufgehoben hast. Mein Opa hatte ein Bienenhaus aber dort durften wir nicht drin spielen. Die Bienen durften nicht gestört werden. Leise und vorsichtig durften wir in die Kästen schauen. Opa hatte an jedem Kasten eine Klappe gebaut und dahinter war noch eine Glasscheibe. So konnte man immer leise schauen was in den Kästen los war ohne gestochen zu werden. Das war toll.

    Gefällt 1 Person

  3. Hach, für Schwerter schlägt mein Herz heute, wie damals. Wollte immer eins kaufen, weiss noch, wie ich damals 4 Stunden mit dem Fahrrad in die nächste Stadt geradelt bin und meine Nase am Schaufenster des Messerladens plattgedrückt habe. Meine Mutter hatte da immer etwas dagegen, vielleicht war das gut so 😂

    Ein Schwert ist edel, viel edler als eine Knarre.

    Gefällt 1 Person

Hier kannst du kommentieren:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s