ein Abendgruß


Schlaft gut und träumt recht schön.

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die KAPUTTE gabel


Wenn ich den Herkules-Markt in Baunatal besuche, hole ich mir beim Bäcker gerne eine Tasse Kaffee und manchmal auch noch etwas dazu. Kürzlich stellte ich mich wieder an der Kaffeeausgabe an. Vor mir war ein älterer Mann mit seinem Urenkel, einem kleinen etwa 3 Jahre alten niedlichen Jungen. foto-71c-29-die-kaputte-gabelDie Bäckerei-Fachverkäuferin war sehr angetan von dem Kleinen, der irgendwie Sympathie ausstrahlte, aber auch genau wusste, was er wollte. Der Opa verzog sich mit einer Tasse Kakao, einem Kaffee und zwei halbe Stück Kuchen in Richtung Sitzgelegenheit. Dabei war er sich nicht bewusst, dass die 2 halben Kuchen, die sich auf einem Teller befanden, ihm zum Verhängnis wurden. Kurze Zeit später schritt der Opa wieder in Richtung Bedienung mit der Bitte, dass er einen zweiten Teller benötige, weil der Kleine seinen eigenen haben wolle. Wieder zog ein freundliches Lächeln über die Gesichter der Kunden und des Personals und keiner reklamierte, dass der Ablauf durch die Sonderwünsche foto-71c-30-die-kaputte-gabeldes Knirpses ein wenig ins Stocken geraten war. Ich wollte gerade meine Bestellung aussprechen, aber das war nicht möglich, weil eure Durchlaucht der Kleine jetzt persönlich anschritt und die Kuchengabel mit der Begründung reklamierte, dass diese kaputt sei. Die Verkäuferin war ein wenig irritiert, lächelte aber immer noch und fragte, wo sie denn kaputt sei. Dann zeigte der kleine mit seinem Zeigefinger, der kaum größer war, als ein Zacken der Gabel und knubbelte an dem asymmetrischen linken Zacken herum. Die Verkäuferin – sie lächelte immer noch, obwohl bereits ein Raunen durch die Kundschaft streifte, die ungeduldig wartete, dass sie ihren Kuchen endlich bestellen könne – versuchte dem Kleinen zu erklären, dass Kuchengabeln eben so aussehen und zeigte ihm als Beweis eine zweite. Der Kleine war aber überhaupt nicht zufrieden mit diesen komischen Kuchengabeln, stopfe die „kaputte“ blitzschnell in den Behälter zurück und schnappte sich eine große Essensgabel, die er stolz vor sich hertrug und eiligst zu seinem Uropa zurück rannte. foto-71c-31-die-kaputte-gabelAlso ich fand das Ereignis ausgesprochen erheiternd und gäbe es doch mehr von solchen kleinen Menschen, die sich unbeirrt gegenüber den Erwachsenen durchsetzen können. Hoffentlich erweitert sich diese Einstellung des Knirpses mit der Kuchengabel im Laufe seines Lebens mit der Tendenz zu einem selbstbewussten Mann, der weiß was er will. Ich wünsche es ihm und der Jugend generell. Und was lernt man aus dieser Geschichte? Trage immer eine Gabel in der Hosentasche, denn man weiß nie, wozu sie eines Tages mal gut sein wird 😉