Nadel vs. Blatt


foto-68b-40-nadel-vs-blatt(Nikon 1 V2 – F/8 – 1/500 Sek. – ISI 250 – LW minus 1,7 – BW 459 mm bei KB – Matrixmessung)

oh schreck im WALD


49-49b068-schreck-waldEs lebt ein Ries‘ im Wald,
der hat ein Ohr so groß,
wenn da ein Donner schallt,
ist’s ihm ein Jucken bloß.
Er macht so mit der Hand,
als wie nach einer Hummel
sein eigenes Gehrummel
49-49a086b-schreck-walderschreckt das ganze Land.
Und kommt die Regenzeit,
dann schläft er, und es wird
aus seinem Ohr ein Teich,
und dort sitzt dann der Hirt
und tränkt dran seine Schaf;
doch manchmal dreht, o Graus,
der Ries‘ sich um im Schlaf
und dann ist alles aus.
(„Waldmärchen“ von Christian Morgenstern)

ein Blatt wollte fliegen


Schon als ich zur Welt gebracht
war ich am Ast fest angebracht.
So mancher Sturm hat an mir gezerrt.
Regen wurde über mir entleert.
Die Sonne brannte auf mich nieder.
Die Vögel sangen mir ihre Lieder.
Doch ich blieb an meinem Platz gefangen
konnte nicht in die Freiheit gelangen.
Da kam ein seichter Wind
und nahm mich mit geschwind.
Ich fühlte Glück dabei
denn endlich war ich frei.
Sanft landete ich auf weichem Boden.
Endlich war ich mal hoch geflogen.
(aus dem Gedicht von der Liebeshektikerin)

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die LETZTE Walnuss …


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… habe ich in Nachbars Garten gerade noch entdeckt, bevor auch sie von „Nussdieben“ vereinnahmt wird. Ja, diese Nussdiebe, morgens um 7 – da schlafe ich noch – macht es plog, plog, pog. Wutentbrannt stehe ich auf und schaue am Fenster. Ein Schatten streift durch das nasse Gras und hat einen weißen Plastikeimer in der Hand. Er sammelt sie auf, die Walnüsse und jedesmal macht es laut plog, wenn er eine in den Eimer wirft.

Auch tagsüber sind die Nussdiebe zugange. Da kam schon einmal ein Kleintransporter und eine männliche Person schleppte mehrere Jutesäcke (Jütesücke) an und füllte sie – angeblich für Eigenbedarf – mit den herrlichen wohlschmeckenden Walnüssen. Aber vielleicht bekam sein Gemüseladen danach einen wirtschaftlichen Aufschwung. Gönnen wir es ihm! Alle Säcke waren jedenfalls voll, denn der Baum ist riesig und ergiebig.

Natürlich machen sich auch weibliche Personen an dem Baum zu schaffen. Eine davon sammelte zur Haupterntezeit mehrere Eimer voll, obwohl sie von den Vorjahren eigentlich noch genug hatte, sagte ihr Sohn. Da hat man es mal wieder, wenn es was umsonst gibt, wird die Gier unermesslich.

Und ich armer Teufel, der an der Quelle wohnt, was mache ich? Ich könnte mir immerhin auch ein paar Eimer füllen, aber ich esse selten Walnüsse und außerdem sind sie in schmackhaften Nussmischungen enthalten und die bezahle ich sogar.

Ein Lob muss ich dennoch aussprechen, nämlich, dass der Walnussbaumbesitzer dieses rege Treiben um seinen Baum überhaupt duldet. Das finde ich schon bemerkenswert.

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