Zwangsurlaub


Foto-65f-(42)-Wilfried-puttWILFRIED wurde nach der Blitz-Behandlung des Trolldoktors schnell wieder hergerichtet. Er wollte schon wieder arbeiten und auf seinem Acker herumsuhlen, aber das habe ich ihm verboten, denn er war doch schon übel verletzt und muss sich erst einmal regenerieren. Ich habe ihm daher einem Zwangsurlaub verordnet und der scheint ihm gut zu bekommen, wie man sieht.Foto-65f-(44)c-Zwangsurlaub

Kaffeeklatsch


41-41a023b-KaffeeklatschWILFRIED hat mich soeben zum Kaffeeklatsch eingeladen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich hingehe, denn er redet unaufhörlich, sein Kaffee ist immer lauwarm und zu dünn und sein Kuchen schmeckt nach Muttererde. Außerdem verfügt er in seinem Wohnfels nur über unbequeme Sitzgelegenheiten und wenn man länger dort verweilt, gibt es einen kalten Po, was zwangsläufig zu Afterjucken führt. Ferner redet er immer nur von sich selbst und interessiert sich absolut nicht für das Wohlergehen Anderer, als ob ich nicht schon genug von ihm wüsste. Er hat auch keinen Stromanschluss, also Fernsehglotzen Fehlanzeige. Von seinem Klo möchte ich nun gar nicht reden, denn anstatt Klopapier hat er, na das könnt ihr euch bestimmt selbst denken. Andererseits wird er vermutlich äußerst stinkig, wenn ich seine Einladung ablehne. Was meint ihr, soll ich mich überwinden, ihn zu besuchen, oder mich mit einer Ausrede entschuldigen und wenn ja, mit welcher?

nur ein Regentropfen


Der erste dicke Tropfen schlug
– es war wie Blut – mir auf die Hand.
Da ich den Himmel und das Laub verstand,
Schien nur das Publikum mir wie Betrug.

Ein Tropfenwitz traf meinen Wein.
Das Publikum mit fetten Torten
floh unter neckisch dünnen Worten
vom Garten in das Haus hinein.
Ich Dummplikum blieb ganz allein.

Erst als der Kellner mir das Tischtuch kündigte,
Bemerkte ich, wo falsch, wo echt ich sündigte,
Ging auch ins Haus und übersann vergnügt:
Wozu ein Regentropfen schon genügt.

(Ringelnatz „der Regenschauer“)

40-40b075c-Regentropfen(Schloss Bad Wilhelmshöhe, Kassel)