Jetzt oder nie!


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Zu welcher Kategorie von Menschen gehörst du? Bist du ein spontaner Mensch, der alles immer gleich jetzt und sofort haben möchte? Oder bist du eher besonnen, der in jede Richtung abwägt, sich nie sofort entscheidet und sowieso erst einmal eine Nacht darüber schlafen muss? Oder trägst du von allem etwas in dir?

Ich finde, die spontanen Menschen haben mehr Freude und Begeisterung an den Dingen. Diese Menschen müssen natürlich auch mal Fehlentscheidungen in Kauf nehmen, aber das sind eben die Erfahrungen. Sich überhaupt für etwas begeistern zu können, setzt Emotionen und Glücksgefühle frei und das sollte man sich so lange wie möglich erhalten.

Natürlich muss der spontane Mensch auch an sein Portemonnaie denken und gravierende Anschaffungen mit der Familie abstimmen, aber eben nicht alles. Ein Hobbyfotograf z. B. wird seine Frau nie fragen, ob er dieses neue geile Objektiv oder diese supermegacoole neue Kamera unbedingt kaufen muss, er tut es einfach, wenn er die Mittel dazu hat. Die Frau würde ohnehin nur sagen „muss das wirklich sein“ oder „sind die alten Geräte nicht mehr gut genug“ oder „da machst du doch wieder hohe Verluste“.

Ebenso sollte man den Kauf eines neues Smartphones nie mit der Frau abstimmen, denn hin und wieder braucht der Mann eben ein neues Spielzeug und solange er nur damit spielt, kann sich doch die Frau eigentlich nicht beklagen, oder? Und außerdem wir Männer lassen uns unser Kind im Manne sowieso nicht nehmen.

Dann gibt es natürlich Leute, die müssen alles mehrfach überlegen, es nach jeder Seite abwägen und können sowieso nichts sofort entscheiden, weil sie erst einmal eine Nacht darüber schlafen müssen. Sicherlich, erstmal eine Nacht vergehen lassen bevor man jemanden eins auf die Glocke haut, der einen soeben beleidigt hat, ist nicht verkehrt, aber das meine ich nicht. Ich meine die permanente Unentschlossenheit, die letztendlich dazu führt, dass man in keiner Situation „in die Pötte kommt“ und dadurch die Prozesse enorm verlangsamt werden. Haben diese Abwäger und Überleger überhaupt Freude an neuen Dingen, oder können sie sich überhaupt noch für etwas begeistern? Sicherlich, beim Kauf eines neues Rasenmähers steht die Zweckmäßigkeit im Vordergrund. Der soll ja auch nur gut funktionieren und nicht schick aussehen. Neuanschaffungen ausschließlich nach Zweckmäßgkeit zu entscheiden, würde doch sicherlich einer Frau beim Schuhkauf nicht gerade dienlich sein.

Ich hatte mal einen Arbeitskollegen, den nannten wir immer den „60-Cent-August“ (Name wurde geändert). Warum? Na, weil er immer nur 60 Cent in der Tasche hatte, sozusagen für den Notfall. Und wenn der mal was kaufen wollte, dann wüsste er das vorher und würde sich dann den passenden Betrag mitnehmen, sagte er sich. Auf meine Frage, was machst du denn, wenn du das absolute ultimative Sonderangebot siehst und nur die 60 Cent in der Tasche hast. Er erwiderte, dass er sich dann die Ware zurücklegen lassen würde.

Nun gut, der 60-Cent-August war ohnehin ein eigenartiger Mensch. Er vertraute niemals einer Bank (was heutzutage eigentlich auch nicht verkehrt ist) und hortete sein Vermögen zu Hause. Er trug immer eine scharfe Waffe bei sich, weil er Angst vor Überfällen hatte. Eigentlich unlogisch, wegen 60 Cent! Aber das Schlimmste war, dass er einen dermaßen unterirdischen Tee kochte, der so penetrant roch, dass man sein Büro nicht betreten konnte, ohne dass es einem übel wurde. Egal, schieben wir ihn beiseite, den 60-Cent-August und lassen wir ihn mit seinem gehorteten Vermögen sein Glück, wenn er überhaupt eins hat.

Egal ist eigentlich auch, zu welcher Kategorie von Menschen man selbst gehört, zu den Spontanen, zu den Unentschlossenen oder zu denen, die von jedem etwas in sich tragen. Wichtig ist, dass man an den Dingen, die man tut, Freude hat, sich noch begeistern kann, die Begeisterung noch eine Weile anhält und nicht in ein tiefes leeres Loch fällt, wenn die Neuanschaffung erledigt ist. Bei aller Begeisterung und Spontaneität sollte man natürlich auch noch eine Akzeptanz bei den Mitmenschen finden, damit man nicht zu einem Eigenbrödler oder Eremiten abgestempelt wird. Auch der Mensch ist ein Herdentier und muss sich irgendwie in die Herde einfügen können.

Abschließend sei erwähnt, dass man heutzutage niemals nur 60 Cent in der Kippe haben sollte! Es sollten mindest 20 € sein, denn wenn man mal überfallen wird – was ich natürlich keinem wünsche – wird der Verbrecher erst richtig sauer, wenn er nur 60 Cent bei einem findet und haut vor Wut noch einmal richtig drauf. Aber vielleicht trifft man ja auch auf einen humanen Verbrecher, der Mitleid hat und einem die 20 € selbst zusteckt. hihihi 😀

10 Gedanken zu “Jetzt oder nie!

  1. Elisabeth Berger

    Lieber Alexander,
    herzlichen Dank für deinen besinnlichen und wahren Post! Ich stimme dir vollkommen zu☺️
    Ich bin ein Mensch, der meist auf sein Bauchgefühl hört. Die Vernunft und der Verstand sind oft ausgeschaltet. Natürlich kann’s dann schon passieren, daß mal was daneben geht😉
    Vor allen Dingen ist das oft nicht so gut beim Sprechen oder Schreiben, da rutscht schon hin und wieder was raus, was ich nach späteren Überlegungen, nicht so gemacht hätte😊 Das kommt davon, wenn man das Herz auf der Zunge trägt. Mein Mann ist viel überlegter in Rede und Tat. Einer muß ja vernünftig sein😄
    Weißt du, ich denke, man weiß ja nie, wieviel Lebenszeit man hat. Jetzt, beim Älterwerden bin ich endlich so weit gekommen, daß ich jeden Tag, so gut es geht, genieße. Lasse Streß und Sorgen und Kümmern um andere, fremde Menschen, nicht mehr so nah an mich ran. Vor allen Dingen keine Energieräuber mehr. Es lebt sich dann leichter☺️

    Liebe Grüße
    Elisabeth

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      1. Elisabeth Berger

        Dankeschön, auch dir noch einen schönen Resttag☺️
        War dein Film spannend?
        Außerdem, lieber Alexander, wenn der Zwanziger nicht reicht, ham‘ ma auch noch die Bankcard, hihi😄

        LG Elisabeth

        Gefällt 1 Person

  2. Oh, das ist ja mal ein sehr langer Beitrag von dir. Ich persönlich kaufe manchmal spontan etwas, was mir sehr gut gefällt und ein anderes Mal überlege ich es mir längere Zeit ob ich es wirklich haben möchte oder spreche es mit meinem Mann ab. Es kommt darauf an was es ist. Kleine oder persönliche Dinge entscheide ich selbst; aber bei größeren Anschaffungen besprechen wir uns als Eheleute und wägen auch mal ab, ob es nötig ist oder nicht. Wenn ich etwas haben möchte, sagt mein Mann eh: „Wenn du es haben möchtest kaufe es dir doch!“ Er selbst braucht grundsätzlich nichts. Da muss ich schon mal aufpassen, dass er nicht zu kurz kommt. 🙂 Bei uns hat es nie Probleme mit dem Kaufen gegeben. Entscheidend ist schließlich das Geld, ob man sich das leisten kann.

    Gruß Piri

    Gefällt 2 Personen

    1. Yep, ohne Moos nix los 😉 Allerdings, wenn man zuviel Moos hat, könnte das einem die Freude am Kaufen nehmen, weil man sich ja alles leisten kann. Außerdem würde dann die Vorfreude entfallen.
      LG Alexander

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  3. Schwierig zu sagen in welche Kategorie ich mich da eher packen würde Alexander.
    Vielleicht sollte ich das Ganze mal etwas aufteilen.

    Also sagen wir mal, wenn es um Herzensangelegenheiten geht oder darum etwas zu tun bzw auch unangenehme Dinge tun zu müssen, entscheide ich recht spontan und lasse mich in der Regel eher von meinem Erst-Gefühl leiten. Damit fahre ich im Grunde ganz gut.

    Ganz anders sieht es aus, wenn es um Dinge geht, die Geld kosten! Ich gebe ganz ehrlich zu, ich neige sehr selten zu Spontankäufen und selbst da nur, wenn es um kleine Beträge geht, ansonsten denke ich grundsätzlich erst einige Tage darüber nach. Ja ich gehöre auch zur Sparte derer, die ihr Geld gut zusammenhalten und selbst, wenn ich -wie ja meist- unterwegs bin, auch über Nacht, reise ich grundsätzlich ohne Kreditkarte und habe nur so viel Geld dabei, wie ich glaube zu brauchen, etwas mehr als dein August… aber in der Regel reicht es. 😉

    Und diesen Satz von Piri: „Wenn ich etwas haben möchte, sagt mein Mann eh: “Wenn du es haben möchtest kaufe es dir doch!” Er selbst braucht grundsätzlich nichts. Da muss ich schon mal aufpassen, dass er nicht zu kurz kommt…“
    kann ich mich vollkommen anschließen, auch mein Mann braucht grundsätzlich ja nichts. 😉

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