Hauswurm ERWIN (Abschied)


Nach den 2 Gammeltagen und Rückkehr meiner Frau war der Ärger vorprogrammiert. Meine Frau war der Meinung, ich hätte ERWIN völlig verzogen und nicht artgerecht gehalten. Sie stellte mich vor die Wahl: „Einer muss gehen, du, oder ERWIN.“ Die Entscheidung fiel mir echt schwer und ich schwankte zwischen den beiden Möglichkeiten hin und her. Dann habe ich mich des guten Friedens willen entschlossen, dass ERWIN gehen muss und ich ihm gleichzeitig die Freiheit schenken sollte.

In ERWIN 2 habt ihr ja schon vernommen, dass er im Wattenmeer schwimmen gelernt hatte und da fiel mir ein verborgen gelegener kleiner Teich im Habichtswald ein. Eine wundervolle Einöde und fernab jeglicher Wanderer, Jogger und MTB-Raser. Also ein sehr ruhiger und geschützter Ort.

Ich dachte mir, das ist der ideale neue Lebensraum für ERWIN in dem er seine letzten Jahre glücklich und zufrieden verbringen könnte, ohne ständig die Speisereste meiner Spülmaschine ausschlecken zu müssen.

Gedacht, getan, ich schnappte mir ERWIN und wir fuhren an diesen schönen zuvor beschriebenen Ort. Ich setzte ERWIN aus und konnte natürlich ein paar Abschiedstränen nicht unterdrücken. Erwin fühlte sich hier sofort wohl, so als wenn er schon immer dort gelebt hätte. Foto-62d-(12)-15-17a066-23-23a100b-HauswurmErwin

Ich verließ diesen Platz ohne mich noch einmal herumzudrehen um Erwin zuzuwinken und werde ihn wohl auch nie wieder besuchen. Hauptsache Erwin ist glücklich und die Touristen werden ihn nie finden, sonst könnten sie der Meinung sein, dieser kleine idyllische Weiher mit dem schwimmenden Wurm wäre das kleine Loch Ness vom Habichtswald und ERWIN wäre Little Nessie.

Upps, vielleicht eine neue Geschäftsidee, oder soll ich ERWIN in Ruhe lassen. Was meint ihr?

Gespräch auf der Wiese


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Zwei Stiefmütterchen auf der Wiese,
die eine hieß Anne, die andere Liese.
Haben einmal, so ganz heimlich und leise,
so in der Stiefmütterchen Art und Weise
ihre Gedanken ausgetauscht
und der Klatschmohn hat sie belauscht.Foto-016b-(64)-GesprächWiese
Frau Nachbarin, wissen Sie, was mich so erbittert?
Dass das Zittergras immer so zittert!
Dieses Zittern greift meine Nerven so an
und hier wächst doch weit und breit kein Baldrian.19-21a077-GesprächWiese
Und die Jüngste ist man ja auch nicht mehr.
Und sehen sie doch mal die Margarete,
wenn sie sich doch nicht so aufspielen täte.
Sie geht ja auch schon wieder ganz in Weiß,
dabei ist es doch gar nicht mal so heiß.
Sie trägt stets nur ein Kleid und das ist immer dasselbe.
Sie trägt nur Weiß und in der Mitte das Gelbe!
Und eine Kornblume habe ich gestern geseh‘n,
die war so blau, das war nicht mehr schön.
Ich sprach noch mit Fräulein Vergissmeinnicht.11-12b006-GesprächWiese
Die meinte auch, das gehöre sich nicht!
Und es sagte der Herr Rittersporn:
„Wenn man so blau ist, dann kommt das vom Korn.“
Ja und das Veilchen, das junge Ding,
hat schon einen Freund, den Schmetterling.Foto-17-(210)b-GesprächWiese
Ich dachte damals in ihrem Alter
noch nicht an Käfer, auch nicht an Falter.
Da habe ich mich noch als Blümlein gefühlt
und habe ganz brav mit Murmeln gespielt.
Da kam ganz gemächlich eine Kuh über die Wiese,Foto-44e-(51)b-GesprächWiese
und die fraß auf die Anne mitsamt der Liese!

 

Text: Anke Kohlstedt
Fotos: Alexander Rudeloff
© Alexander Rudeloff

Hauswurm ERWIN (2)


So liebe Blogger, nach den 2 Gammeltagen ist wieder der Ernst des Lebens eingekehrt und die Alltagspflichten haben mich mittlerweile eingeholt. Auch Hauswurm ERWIN hat davon profitiert, denn ich habe mit ihm eine ausgiebige Wattwanderung unternommen. Bei der Gelegenheit konnte er auch ein Schwätzchen mit seinen Artgenossen, den Wattwürmern, halten. So nett bin ich nun einmal zu ERWIN und ich hoffe, dass er, nach der heutigen Rückkehr meiner Frau, ein positives Wort für mich einlegen wird, sonst Angelhaken, ERWIN! 😀
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