Neid


Ich weiß wirklich nicht, ob Neid und Missgunst ein typisch deutsches Phänomen ist, vielleicht aber doch.

Ich werde gelegentlich mit irgendwelchen bissigen Anmerkungen konfrontiert, wenn man von seinen Aktivitäten erzählt, von seinen Erfolgen aber auch Misserfolgen. Bei Erfolgsmeldungen neigen einige dazu, diese lächerlich zu machen und bei Misserfolgen drücken manche mit ihrem Daumen in die offene Wunde.

Dabei handelt es sich nicht unbedingt um Personen, die wirtschaftlich und familiär schlecht dastehen. Nein es sind Leute, denen es sehr gut geht und eigentlich auch ein normales und glückliches Leben führen, so denke ich jedenfalls.

Dennoch keimt bei ihnen hin und wieder der Neid oder die Gehässigkeit hoch und sie hätten eigentlich keinen Grund dazu, denn es sind Leute, die mit ihrem Leben und mit dem, was sie erreicht haben zufrieden sein müssten.

Meinem Vater ist dieses Phänomen bereits in den 60igern aufgefallen. Er hat mal gesagt: „Der ist so neidisch, dass er dir noch nicht einmal das Schwarze unter deinen Fingernägeln gönnt.“ Sicherlich, das waren damals andere Zeiten und es gab Leute, denen gehörte real noch nicht einmal das Schwarze unter den Fingernägeln und die hätten allen Grund, auf andere neidisch zu sein. Aber die waren nicht selten glücklicher als manch einer, der ein dickes Bankkonto aufwies.

Müssen wir neidisch sein über den Erfolg oder die Geschicklichkeit eines Anderen, nur weil dieser sich seine Puppen selber basteln kann?

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Müssen wir auf den neidisch sein, der Ideen hat und sie auch verwirklicht um sich endlich seinen eigenen Oldtimer leisten zu können, auf den er jahrzehntelang gespart hat?

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Müssen wir neidisch sein auf die Luxusvilla von Bill Gates?

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Müssen wir neidisch sein auf die Millionen eines Vorstandsvorsitzenden eines Großunternehmens dessen Geliebte mit seiner Gattin dem Reitsport nachgehen und er seinen Vorgarten mit wertvollen Statuen bestücken kann?

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Nein, müssen wir nicht, denn jeder ist seines Glückes oder Erfolges Schmied. Wir müssen keine Pferde besitzen und können auch mit kleineren Haustieren wie einer Katze oder Eidechse glücklich sein.

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Gewöhnen wir Deutsche uns endlich diesen Neid ab! Gönnen wir unseren Mitbürgern ihren Erfolg und ihr Glück! Verwirklichen wir selber unsere Ideen, als die der Anderen zu verachten! Gönnen wir Bill Gates seine Milliarden, denn er hat für die Menschheit ja auch einiges erwirkt! Akzeptieren wir die Leistung eines Geschäftsführers, wenn er auch sozial agiert, für den wirtschaftlichen Erfolg seiner Firma sorgt und sich das Unternehmen sein horrendes Gehalt auch leisten kann!

Werden wir uns endlich bewusst, dass es den meisten von uns Deutschen gut geht und es Menschen auf der Welt gibt, die weitaus schlechter dastehen und dennoch ihre Würde behalten und trotzdem nicht von Neid oder Missgunst geprägt sind.

Mein Blogfreund Hubwen12 hat zu diesem Thema einige Zitate herausgesucht, die ich hiermit gerne als Nachtrag zu meinem Post präsentiere:

Der Neid der Menschen zeigt an, wie unglücklich sie sich fühlen, und ihre beständige Aufmerksamkeit auf fremdes Tun und Lassen, wie sehr sie sich langweilen.
Arthur Schopenhauer

Der Neid kann sich nicht verbergen. Er klagt an und verurteilt, ohne Beweise zu haben; er übertreibt die Fehler; er hat maßlose Namen für die geringsten Irrtümer, und seine Sprache ist voll Bitterkeit, Übertreibung und Mißgunst. Mit unerbittlichem Haß und rasender Wut stürzt er sich auf jedes wirkliche Verdienst; er ist blind, jähzornig, gefühllos, brutal.
Luc de Clapiers Vauvenargues

Die neidischen Menschen sind doppelt schlimm daran: Sie ärgern sich nicht nur über das eigene Unglück, sondern auch über das Glück der andern.
Hippias