Sandwich


Früher in der Analogfotografie konnte man durch sogen. Sandwichaufnahmen oder Doppelbelichtungen verblüffende Ergebnisse erzielen. Man legte 2 Dias übereinander und reproduzierte sie oder belichtete 2 unterschiedliche Motive auf der gleichen Filmebene ab. Somit entstand aus 2 Fotos ein neues. Die Ergebnisse waren stets beeindruckend. Auch durch den Einbezug eines diffusen Vordergrundes oder gezielte Über- oder Unterbelichtungen konnte dem Foto ein spezieller „Sandwich-Charakter“ eingehaucht werden. Hier ein Beispiel (Foto 1 = Original und Foto 2 = Sandwich):

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Es liegt also am Fotografen, was er aus dem Motiv macht und welche Ideen er zur Verwirklichung hat. Was nützt letztendlich das beste Equipment, wenn der Fotograf keine Motivideen hat oder sein Handwerk nicht beherrscht. Meistens nichts, abgesehen von außergewöhnlichen Schnappschüssen, die aufgrund der heutigen digitalen Fotoapparate jedem glücken können und das sogar in einer technischen Perfektion. Hier noch mal ein Beispiel (Foto 1 = Original und Foto 2 = Sandwich):

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Heute ist mit der digitalen Technik fast alles möglich und fast jedes Foto, das publiziert wird, entspricht nicht mehr dem Original. Beispiel Foto von Models, denn so schöne perfekte Frauen existieren nur in der digitalen, aber nicht in der realen Welt. Ich habe zwar keine Models fotografiert, aber hier 2 Puppen meiner Frau durch Doppelbelichtungen „verschönert“ (Männerpuppengeschmack eben):

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Bei den beiden nachfolgenden Fotos könnte der Eindruck entstehen, die seien auch „getürkt“. Ist aber nicht so, das sind Originale! Der Flötenspieler wurde unter Einbezug einer herbstlichen Hecke im Vordergrund abgelichtet und die CD´s stellen die Deko eines Schaufensters in einem Plattenladen dar:

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Sicherlich ist alles irgendwie Geschmackssache und über Verfremdung ja oder nein könnte man streiten. Ich selbst als Hobby-Fotograf bevorzuge natürlich überwiegend die Real-Fotografie. Dennoch erlaube ich mir hin und wieder, wie auch in früheren Beiträgen schon erwähnt, einige kreative Bildbearbeitungen um eine bessere Ästhetik zu erzeugen oder die Bildwirkung zu verstärken. Außerdem lassen sich durch die Bildbearbeitung leichte fotografische Fehler korrigieren und somit dem realen Eindruck näher bringen.

Man darf nicht vergessen, dass das menschliche Auge ein weitaus besseres optisches Gebilde ist, als eine Fotooptik. Das Auge in Zusammenarbeit mit seinem Chef, dem Gehirn, verarbeitet viel extremere Kontraste, Schärfen und feinste Farbnuancen, als jede noch so teure Fotooptik. Insofern ist es manchmal nicht verkehrt, durch eine gezielte Nachbearbeitung das Foto dem Original näher zu bringen. Ebenso macht es mir Spaß, hin und wieder durch eine Bildverfremdung der Fantasie freien Lauf zu lassen und auf den Spaß an der Freud´ kommt es ja letztendlich an.

Übrigens bei der unheimlichen Burg oben handelt es sich nicht um die Residenz von Graf Dracula, sondern lediglich um die Löwenburg von Bad Wilhelmshöhe (Kassel).

http://www.museum-kassel.de/index_navi.php?parent=1315

Hier ein Realfoto:

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